Gemälde aus der Schreibmaschine

Ausstellung Zschopauer präsentiert auf Schloss Wildeck seine seltene Kunst

Zschopau. 

Zschopau. Auf den ersten Blick scheinen die Bilder, die in der neuen Sonderausstellung auf Schloss Wildeck zu sehen sind, gemalt zu sein. Doch wer etwas näher an die 42 Kunstwerke im Roten Saal herantritt, der erkennt dort Buchstaben und Zeichen. Es sind getippte Spuren einer flinken Hand, denn alles wurde mit Schreibmaschinen erschaffen - egal, ob Landschaften, Porträts oder phantasievolle Motive. Die Hand ist die von Robert Dörfler. Der 33-jährige Zschopauer, der inzwischen in Chemnitz wohnt und arbeitet, bringt einen etwas anderen Hauch von Kunst in seine Heimatstadt. "Tipp, tipp, tipp - Typewriter Art" heißt die Ausstellung, die bis zum 4. Oktober zu sehen ist.

Schon zu Schulzeiten experimentiert

Seine ersten "Gemälde" mit einer Schreibmaschine hat Robert Dörfler bereits als Schüler der sechsten Klasse erschaffen. "Das waren aber noch Strichmännchen", sagt der Erzgebirger, der damals eine Schreibmaschine von seiner Schwester geschenkt bekam. Später erschuf er ähnliche Bilder mit dem Computer und nahm an Wettbewerben teil, die ihn sogar bis nach Finnland führten. "Da stehen noch einige Trophäen zuhause", sagt der 33-Jährige. Genauso hat er inzwischen aber auch 27 Schreibmaschinen in seiner Wohnung, denn seit sechs Jahren geht er damit einer seltenen Kunst nach. Ausschlaggebend war ein Video der britischen Schreibmaschinen-Künstlerin Keira Rathbone, das der Zschopauer 2014 eher zufällig im Internet sah. Sofort war er fasziniert.

TV-Sendungen steigern Popularität

Anders als mit dem Computer ist der Künstler mit der vermeintlich alten Technik nicht an Zeilen und Raster gebunden. Schon ein Bleistift oder ein Schraubenzieher reicht, um die Mechanismen außer Kraft zu setzen. Dann kann das Blatt frei bewegt werden - und Buchstaben sowie Zeichen werden so platziert, dass sie in ihrer Gesamtheit imposante Bilder ergeben. Dass Robert Dörfler bei Instagram viele Fans hat, von denen die meisten übrigens aus New York kommen, hängt auch mit den Fernseh-Sendungen "Außenseiter Spitzenreiter" und "Kaum zu glauben" zusammen. "Danach haben sich immer viele Leute gemeldet", erzählt der Künstler, der viele Aufträge erfüllen durfte. Seinen Lenbensunterhalt verdient der Computer-Fachmann aber weiterhin als Systemadministrator. "Aus einem Hobby sollte man keine Arbeit machen, denn irgendwann macht es dann keinen Spaß mehr", sagt er.