Im Gedenken an Grießbacher Walter Winkler

Motorsport Urgestein wäre am Sonntag 90 Jahre alt geworden

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Junior Trophy und Walter Winkler 1987

Es gibt meist viele Väter des Erfolgs in allen Sportarten. Und auch sie mussten zwischendurch durch Tiefen, um später die Lorbeeren zu ernten. "Man muss sich selbst besiegen, um andere zu besiegen." So der Aphorismus eines Mannes, dessen Passion der Geländesport war. Die MZ-Mannschaftsleiterlegende Walter Winkler, der mit seinen beispiellosen Erfolgen seinen Sport prägte wie kaum ein anderer, verstarb am 28. Januar 2010 nach längerer Krankheit im Alter von 83 Jahren. Walter Winkler wäre am Sonntag 90 geworden. Der gebürtige Hohndorfer führte die Geländesportler des ehemals größten Motorradwerkes der DDR, MZ, in den Jahren zwischen 1963 und 1967, 1969 und 1987 innerhalb der drei Jahrzehnte als Mannschaftsleiter ganze sieben Mal zum Trophysieg bei einer Sechstagefahrt. Aber auch selbst war Walter Winkler aktiv, unter anderem war er einer der ersten DDR-Geländesportler überhaupt dabei im Jahr 1953 der prestigeträchtigen Sechstagefahrt, die seit 1913 ausgetragen wird. Doch in den Anfangsjahren des Geländesports mussten die IFA-Geländefahrer aus Zschopau, die meist als Einzelstarter oder innerhalb der Fabrikmannschaft starteten und noch von der Konkurrenz belächelt wurden, eine Menge Lehrgeld bezahlen. So wurde Walter Winkler, der 1952 in den Geländesport einstieg, nicht selten aufgrund von kleineren technischen Schwächen seiner Motorräder um ein gutes Resultat gebracht. Bei seinen drei Starts 1953, 1956 und 1957 kam er nur 1956 ins Ziel und erhielt Silber. Zwei Jahre später schickte die DDR erstmals eine gemischte Trophy-Mannschaft unter seiner Leitung auf Zschopauer und Suhler Maschinen zu einer Sechstagefahrt, die auf Anhieb mit Platz 4 heimkehrte. Von da an war MZ in aller Munde und von der Konkurrenz gefürchtet. Man fuhr buchstäblich von Sieg zu Sieg national wie international. Unter seiner Regie errangen die Schützlinge dreier Generationen - bis zum Zeitpunkt der politischen Wende die Geschichte der Zweitaktmarke endete - 13 Mal die Europameisterschaft.

Seine Erfolgsgeschichte, der nicht zuletzt Ehrgeiz und Disziplin zugrunde lagen, begann aber viel früher, als sich der Motorrad-Geländesportler 1956 unter anderem den Titel des DDR-Meisters in der Viertelliterklasse auf einer MZ ES sicherte.

Sieben Trophy-Siege bei Sechstagefahrten als Mannschaftsleiter:

-1963 in der CSSR mit Horst Lohr, Peter Uhlig, Werner Salevsky, Bernd Uhlmann, Hans Weber und Günter Baumann

- 1964 in Erfurt mit Horst Lohr, Peter Uhlig, Werner Salevsky, Bernd Uhlmann, Hans Weber und Günter Baumann

- 1965 auf der Isle of Man mit Horst Lohr, Peter Uhlig, Werner Salevsky, Bernd Uhlmann, Hans Weber und Karlheinz Wagner

- 1966 in Schweden mit Horst Lohr, Peter Uhlig, Werner Salevsky, Hans Weber, Karlheinz Wagner und Klaus Teuchert

- 1967 in Polen mit Peter Uhlig, Werner Salevsky, Hans Weber, Karlheinz Wagner, Klaus Halser und Klaus Teuchert

- 1969 in der BRD mit Peter Uhlig, Werner Salevsky, Karlheinz Wagner, Klaus Halser, Fred Willamowski und Klaus Teuchert

- 1987 in Polen mit Harald Sturm, Uwe Weber, Jens Grüner, Jens Scheffler, Reinhard Klädtke und Jens