Zoff um Bauland-Ausweisung

Plan Amtsberg und Chemnitz gespalten

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Foto: surfi/iStockphoto

Amtsberg. Meinungsverschiedenheiten gibt es zwischen der Gemeinde Amtsberg und der Stadt Chemnitz über das Wachstum des kleinen Nachbarn im Süden. Für bedenkenswert hält die Stadtverwaltung die Pläne Amtsbergs, neues Bauland auszuweisen.

Hintergrund

Amtsberg überarbeitet derzeit seinen Flächennutzungsplan. Darin wird festgehalten, wie die Gemeinde bis 2030 ihren Boden nutzen will, wo etwa Gewerbeflächen, Ackerland und Bauland ausgewiesen werden sollen und in welchem Umfang.

Dabei ist es Chemnitz ein Dorn im Auge, dass Amtsberg weiter relativ große Flächen zur Bebauung mit Ein- und Zweifamilienhäusern vorsieht. Etwa 60 solcher Gebäude seien in der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes vorgesehen, so die Stadt. Zu viel in ihren Augen. Die Planung gehe über den Eigenbedarf der nächsten Jahre hinaus, Amtsberg solle die Bauflächen reduzieren.

Mehr Bauland sei die Lösung, nicht das Problem

Die Stadt gehe davon aus, dass die Einwohnerzahl Amtsbergs zurückgeht. Auch um eben dieser Entwicklung gegenzusteuern, will die Gemeinde Bauland zur Verfügung stellen. Das war einer der Hauptgründe, den Flächennutzungsplan fortzuschreiben.

Insbesondere, nachdem das Eigenheimgebiet "Eichelberg" in Weißbach fast belegt ist, die Gemeinde aber weiter Anfragen potenzieller Häuslebauer erhält. Zudem wolle die Gemeinde, begründet sie die Ablehnung der Chemnitzer Einwände, Bauland zur Verfügung stellen, um der Abwanderung von Einwohnern, etwa nach Chemnitz, entgegenzuwirken.

Bürgermeister Sylvio Krause betonte das Recht der Gemeinde auf eigene Entwicklung. Derzeit lebten rund 500 Menschen zwischen 10 und 25 Jahren in Amtsberg. Wollten davon zehn Prozent in den nächsten 10 bis 15 Jahren in der Heimatgemeinde bauen, würden 50 Grundstücke benötigt. Die Planung gehe also nicht über Bedarf hinaus, so Krause.