Roboter: Aus der Fabrik auf die Baustelle

Forschung Wissenschaftler der TU Chemnitz entwickeln neue Einsatz-Möglichkeiten

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Der Roboter "Deimos" bewältigt unebenes Gelände, erkennt menschliche Gesten und kann ferngesteuert werden. Foto: TU Chemnitz/Vera Fink

Wie navigiert ein Roboter ohne fremde Hilfe auf unebenem Gelände? Und wie kann ein Roboter dabei mit Menschen kommunizieren? Diese Fragen stellten sich Wissenschaftler der TU Chemnitz und der HTW Dresden in den vergangenen drei Jahren im Rahmen eines interdisziplinären Projektes. Sie erforschten Methoden zum Einsatz mobiler Roboter in unstrukturierten Umgebungen, zum Beispiel Baustellen.

"Bisher wurden Roboter hauptsächlich in speziell für sie eingerichteten Bereichen von Fabriken eingesetzt", sagt Peter Protzel. Seine Professur Prozessautomatisierung untersuchte die Realisierung der Navigation und Umgebungserkennung. "Unebenes Gebiet wie eine Baustelle mit Kieswegen, Pfützen und veränderlichen Situationen stellte für uns eine echte Herausforderung dar."

Umgesetzt wurde diese Herausforderung mit dem Forschungs-Roboter "Deimos", der selbstständig seine Umgebung scannte und auf Grundlage dieser Daten eine Karte erstellte. So konnte er Menschen oder Gegenstände auf einer Baustelle lokalisieren und anzusteuern, eine Leitstelle unterstützte den Roboter. "Die Verknüpfung eines autonomen Roboters mit einer zentralen Leitstelle ist eines der wichtigsten Herausstellungsmerkmale des Projektes", betont Wolfram Hardt, Inhaber der Professur Technische Informatik.

Ein weiterer Schwerpunkt befasste sich mit der intuitiven Kommunikation zwischen Mensch und Roboter. So setzte das Projektteam ein Touchpad-basiertes Interaktions-Konzept um und erarbeitete Lösungen für die unmittelbare Kommunikation über Sprache und Körpergesten:

"Als langfristiges Ziel möchten wir erreichen, dass wir mit Robotern so wie mit Menschen kommunizieren können. Wir konnten Robotern bereits beibringen, Gesten zu verstehen, die für unsere menschliche Kommunikation grundlegend sind", erklärt Guido Brunnett, Inhaber der TU-Professur Graphische Datenverarbeitung und Visualisierung, der das Projekt federführend leitete.

Gefördert wurde die Forschung aus Mitteln des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst mit rund einer Million Euro. Der Abschluss-Workshop fand vergangene Woche an der TU Chemnitz statt.


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