Cranzahler "blaue Perle" ist im dritten Trockenjahr

Natur Etwa 61 Prozent des Stauziels sind erreicht - gebraucht werden kontinuierliche Niederschläge

Cranzahl. 

Cranzahl. Man nennt sie die "blaue Perle" am Bärenstein und tatsächlich ist die Talsperre Cranzahl idyllisch gelegen und ein wunderbarer Ort zum Wandern oder Picknicken. Wenn sie denn genügend Wasser hat. Zurzeit leidet die 1949 - 1952 erbaute Trinkwassertalsperre jedoch an Wassermangel. Wanderer, Naturliebhaber und Bürger der anliegenden Orte machen sich schon lange Gedanken.

Aktuell nur 61 Prozent des Stauziels

Laut der Sächsischen Landestalsperrenverwaltung hat die Talsperre Cranzahl derzeit einen Inhalt von rund 1,74 Millionen Kubikmetern Wasser. Das sind etwa 61 Prozent des Stauziels. Katrin Schöne ist die Leiterin Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und sie weiß: "Das Stauziel der Talsperre Cranzahl liegt bei 2,85 Millionen Kubikmetern Wasser. Im Vergangenen Jahr lag der Stauspiegel zur gleichen Zeit bei zirka 2,0 Millionen Kubikmeter. Wir befinden uns in Sachsen derzeit im 3. Trockenjahr. Aufgrund des schneearmen Winters 2019/2020 konnte sich die Talsperre im Frühjahr nicht wie sonst durch die Schneeschmelze auffüllen. Aufgrund der sehr geringen Niederschläge im Zeitraum März bis heute blieben die Zuflüsse zur Talsperre ebenfalls bislang sehr gering."

Der Füllstand bezieht sich immer auf das Stauziel. Das liegt bei der Talsperre Cranzahl bei rund 2,85 Millionen Kubikmeter Wasser. Dazu kommt ein Hochwasserrückhalteraum von 250.000 Kubikmetern, der ständig freigehalten wird, um ein eventuelles Hochwasser aufnehmen zu können. Insgesamt hat die Talsperre Cranzahl ein Volumen von rund 3,1 Millionen Kubikmetern.

Kontinuierlicher Niederschlag benötigt

Die Talsperre Cranzahl ist eine der wenigen sächsischen Trinkwassertalsperren, die aufgrund ihrer Lage auf dem Erzgebirgskamm nicht mit anderen Talsperren vernetzt ist. Deshalb ist sie vom letzten niederschlagsarmen Winter besonders betroffen. "Was wir vor allem brauchen, sind kontinuierliche Niederschläge. Durch die Trockenheit der letzten Jahre ist der Grundwasserspiegel so niedrig, dass die Niederschläge überwiegend versickern und gar nicht erst in den Flüssen und dann in den Talsperren landen. Hilfreich wäre natürlich auch ein schöner Winter mit viel Schnee. Dann kann in die Talsperre Cranzahl wie in einem normalen Jahr die Schneeschmelze des Fichtelberges aufgefangen werden", so Katrin Schöne.