Ein Luftballon auf weiter Reise

Asyl Zschopauer Aktion kommt gut an - Karte schafft es bis West Wales

Eine unerwartete E-Mail ist kürzlich bei der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative (Kez) eingegangen. Aus West Wales erreichte sie die Nachricht, dass eine Postkarte aus Zschopau eingetroffen sei. Es war eine jener Karten, die Kinder von Asylbewerbern am Tag des Flüchtlings per Luftballon gen Himmel steigen ließen. Rund 1500 Kilometer legte die Karte binnen weniger Tage zurück - ein kleines Wunder, das gerade in dieser schwierigen Zeit für strahlende Gesichter sorgte.

"Wir hatten nie damit gerechnet, dass es so weit gehen kann", sagt Pfarrer Johannes Roscher, der die Kez leitet und als Ausländerbeauftragter im Erzgebirgskreis fungiert. Mit seiner Aktion im Rahmen der Interkulturellen Woche wollte er ein positives Zeichen setzen, das die Dankbarkeit der Asylbewerber und die Offenheit der Erzgebirger vereinte. Während Landrat Frank Vogel und der Ausländerbeauftrage des Freistaates, Geert Mackenroth, trotz Einladung nicht aufkreuzten, kam es zu einem regen Austausch zwischen ehrenamtlichen Helfern der Region, Zschopaus Oberbürgermeister Arne Sigmund und den Asylbewerbern. Einige der rund 160 Teilnehmer aus den Unterkünften in Zschopau und Drebach schilderten ihre Erlebnisse. Trotz der angespannten Situation kam dabei vor allem Dankbarkeit zum Ausdruck.

Die Kinder konnten bei den Vorführungen eines Zauberers in die Welt der Phantasie abtauchen. Auch als später an der Kez die Helium-Ballons losgelassen wurden, war die Begeisterung spürbar. Wie weit würden die angehängten Karten wohl fliegen? Die Nachricht aus West Wales zeigt, dass den Vorstellungen keine Grenzen zu setzen sind. Optimismus und Zuversicht sind Faktoren, die laut Roscher auch den Alltag prägen sollten. Er ist daher froh, dass Mitglieder des Unterstützerkreises fast jeden Tag den Kontakt zu Asylbewerbern suchen. Diese pauken derweil einmal pro Woche Deutsch, um sich noch besser verständigen zu können.