Eine Trauerhalle direkt neben dem Garten?

Baumaßnahme Anwohner fürchten um Lebensqualität

Gornau. 

Gornau. Der Ersatzneubau, der die alte Trauerhalle auf dem Gornauer Friedhof ersetzen soll, sorgt im Vorfeld für Diskussionen. In der Einwohnerfragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung meldete sich Hendrik Tröger zu Wort, der in der Nähe des Friedhofes wohnt. Er fürchte um die Lebensqualität seiner Familie und der Nachbarn, da die neue Trauerhalle ihm zufolge bis auf fünf Meter an die Grundstücksgrenze heranrückt. Das alte Objekt befindet sich derzeit noch in einer Entfernung von 26 Metern. Außerdem lagen dazwischen Schrebergärten, die aber inzwischen beseitigt werden.

"Unser Garten ist unser zweites Wohnzimmer", sagt Tröger. Er kann sich nicht vorstellen, dass nur wenige Meter von einer möglichen Garten-Party entfernt eine Trauerfeier stattfindet: "Das wäre für alle Beteiligten unzumutbar." Deshalb unterbreitete der Gornauer, der auch die fehlende Kommunikation seitens der Gemeinde kritisierte, einen Alternativvorschlag. Um eine gewisse Distanz und somit auch Respekt zu wahren, schlug er eine um 90 Grad gedrehte Trauerhalle am alten Standort vor.

Die Kommune hat noch einen kleinen Spielraum

"Wir wollen das Projekt ja nicht verhindern, sondern es in eine Form bringen, die für alle Seiten eine gute Lösung darstellt", so der zweifache Familienvater. Ob der Vorschlag von Hendrik Tröger noch Einfluss auf die Baumaßnahme hat, war bei der Gemeinderatssitzung noch nicht abzusehen. "Wir haben in öffentlicher Runde beschlossen, wie die Halle aussehen soll", erläuterte Bürgermeister Nico Wollnitzke die aktuelle Situation. Gleichzeitig sagte er auch, dass die Kommune noch etwas Spielraum habe, wo die Halle genau hinkommen soll. Uwe Musch aus dem Gemeinderat ergänzte, dass man alle Vor- und Nachteile abwägen müsse. Außerdem solle optimaler Platz für Gräber geschaffen werden.