Eine unvollendete Karriere

Erinnerung Vor 20 Jahren starb Bernd Sachse

Krumhermersdorf. 

Krumhermersdorf. Enduro-Legenden aus dem Erzgebirge sind auch Jahrzehnte nach ihren großen Erfolgen noch immer in aller Munde. Über großartige Fußballer aus der Region spricht niemand, dabei gibt es durchaus einen Kandidaten. Dieser Ansicht ist Gunter Gerlach aus Krumhermersdorf, der anlässlich des 20. Todestages von Bernd Sachse an seinen ehemaligen Freund erinnert: "Auch Bernd hat große Anerkennung verdient."

Schließlich brachte es der Angreifer aus dem wohl bekanntesten Fußballdorf der DDR sehr weit. In der Saison 1975/76 wurde er Torschützenkönig der Oberliga-Mannschaft des FC Karl-Marx-Stadt. Für die Junioren-Nationalmannschaft der DDR bestritt er zudem 14 Länderspiele. Ausgerechnet die U-21-Europameisterschaft 1976 in der Türkei, die eigentlich einen Höhepunkt darstellen sollte, erwies sich dann aber als dramatischer Wendepunkt.

Sein Zimmernachbar war ein späterer Bayernprofi

"Bernd war auf einem Zimmer mit Norbert Nachtweih, der diese Gelegenheit zur Flucht aus der DDR nutzte", erklärt Gunter Gerlach. Er ist sich sicher, dass Sachse selbst nie an einen solchen Schritt dachte: "Dafür war er viel zu bodenständig und heimatverbunden." Dennoch war der Stürmer "politisch nicht mehr tragbar". Wenig später folgte der Rauswurf beim FCK. Über die Zwischenstation Eisenach landete der Angreifer 1978 wieder bei der BSG Krumhermersdorf. Obwohl er bis 1990 noch einige gute Spielzeiten erlebte und sein Team zweimal in die DDR-Liga schoss, hinterließ die Degradierung nach Ansicht von Gunter Gerlach tiefe Spuren: "Geredet hat er darüber zwar nie, aber es hat ihn innerlich zerrissen."

Weil Sachse bis zu seinem Tod im Mai 1999 kaum noch präsent war und mit Alkoholproblemen zu kämpfen hatte, sei er aus dem Gedächtnis vieler Leute verschwunden, so Gerlach. "Aber er hat große Anerkennung verdient."