Update: Noch mehr Infektionen in Zwönitzer Pflegeheim 

Standpunkt Auer Helios-Chef spricht Klartext und zeigt rote Karte  

Die Infektionszahlen im Zwönitzer Pflegeheim "Bethlehemstift" steigen weiter. Wie das Landratsamt des Erzgebirgskreises am Freitagabend mitteilte, wurde Covid-19 bei nunmehr 37 Mitarbeitern nachgewiesen. Zudem sind 53 Bewohner infiziert. Leider gab es auch schon drei Todesfälle. Die Berichte über das Corona-Drama in der Pflegeeinrichtung in Zwönitz haben ganz unterschiedliche und zum Teil auch furchtbare Reaktionen ausgelöst. Daher hat sich am heutigen Freitag der Geschäftsführer des Helios Klinikums Aue, Marcel Koch, mit einem Videoclip an die Erzgebirger gewandt. Der Beitrag wurde bis zum Abend mehr als 2480-mal geteilt und erhielt mehr als 2300 Reaktionen. Fast alle waren zustimmend, mehr als 80 Facebook-Nutzer schenkten dem Clip ein Herzchen.  

Klare Kante vom Helios-Chef

Kochs Appell ist klar und deutlich: "Lasst einfach mal die Ärzte machen." Koch machte seinem Unmut Luft. Einige Kommentare, die zum Ausdruck bringen, dass die Erkrankten der Pflegeeinrichtung ihr Leben gelebt haben und auch einfach sterben können, haben ihn offenbar zutiefst erschüttert. "Die zwei Generationen, die hier gerade akut gefährdet sind, sind genau die, die 40 oder 50 Jahre lang im Schacht den Buckel krumm gemacht haben", so Koch und sagt weiter: "Es ist nicht an euch, zu entscheiden, ob diejenigen die Augen zu machen." Wenn die Ärzte seiner Einrichtung die Chance sehen, dass ein Patient gerettet werden kann, dann werde genau das versucht. "So gut es geht und so gut es in unserer Macht steht", sagt der Geschäftsführer. Er bittet mit Nachdruck darum, dass niemand über das Leben der alten Menschen urteilt. Es sei grausam, unmenschlich und so etwas trage er nicht mit. "Dasselbe gilt bei Vorerkrankungen", so Koch. Es sei vollkommen unerheblich, wie viele Vorerkrankungen ein Mensch habe. "Wenn es die Chance gibt, diesen Menschen durchzubekommen, dann werden wir das tun." Zudem zeigt Koch allen Hobby-Medizinern die rote Karte, die über die drei Abstriche von Bundeskanzlerin Angela Merkel meckern. Drei Abstriche seien notwendig, um eine Infektion endgültig auszuschließen. "Wir streichen die ganzen Normalos hier auch dreimal ab. Das hat überhaupt nichts mit Frau Merkel zu tun. Kommt mal runter von diesem Minderwertigkeitskomplex und lasst doch mal die Ärzte machen." Der Videoclip endet mit den Worten: "Es liegen anstrengende Wochen vor uns."