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Westsachsen

Ist Oberlosa ein Tor geklaut worden?

Handball Plauener spielen nach dramatischer Schlussphase 31:31-Remis gegen Halle

Plauen. 

Plauen. Glück, Pech und Frust. Das gibt es normalerweise nicht im gleichen Moment. Der SV 04 Oberlosa aber erlebte am Samstagabend genau solch einen Gehirnfasching. Denn die Plauener Oberliga-Handballer hatten gegen den USV Halle scheinbar schon verloren (26:29). Dann ging man in einem dramatischen Spiel sechs Sekunden vor Schluss eigentlich mit zwei Toren (32:30) in Führung. Doch das Tor von Andreas Weikert zählte nicht. Er soll im Kreis gestanden haben. Es folgte ein Blitzfreiwurf durch die gesamte Kurt-Helbig-Sporthalle, den der in den Kreis einfliegende Hallenser Paul Kosak mit der Faust zum 31:31-Ausgleich ins Oberlosaer Tor boxte. Gleichzeitig ertönte die Schlusssirene. Wahnsinn.

Trainer Patr Hazl war noch nie so aufgebracht

Vor allem fragten sich die 559 Fans in der Halle: Hatte der Oberlosaer Andreas Weikert bei seinem Sprungwurf wirklich die Hallenser Kreislinie berührt. Er sagt: "Nein! Niemals. Halle spielte wegen des Ein-Tore-Rückstandes mit offener Manndeckung. So wurde ich vollkommen freigespielt, wodurch ich Zeit hatte zu schauen, dass ich nicht übertrete. Das war ein reguläres Tor", beteuert der Plauener Andreas Weikert.

Dass Torwart Helmut Feger dann einen Flugball über 40 Meter genau in den Lauf des einfliegenden Paul Kosak bugsierte, war ebenso einmalig wie dessen Faustballtreffer zum 31:31-Endstand (15:17). Der sonst so gefasste SV-Trainer Petr Hazl war diesmal außer sich. Immer wieder rannte der Oberlosaer Coach zum Schiedsrichtergespann Toni Hempel und Tizian Tralles (Handballverband Thüringen).

Oberlosa hat einen Punkt gewonnen und einen verloren

Petr Hazl hatte sich bis zur Pressekonferenz wieder beruhigt: "Man denkt immer, man hat im Handball schon alles erlebt. Und dann kommt solch ein Abend", legte der Coach das Ganze gedanklich zu den Akten. Der eigentliche Matchwinner Marc Multhauf fügte hinzu: "Wir haben heute in der ersten Halbzeit bereits ein Gegentor mehr kassiert, als in der Vorwoche beim 17:16-Sieg in Pirna im ganzen Spiel. Das sagt alles über unsere heutige Abwehrleistung."

In der Tat: Erst in den letzten zehn Minuten gelang es den Plauenern, die bärenstarken Hallenser zu bändigen. Zwischenzeitlich lag der SV 04 sogar mit fünf Toren hinten (16:21/35. Minute). Als viele schon die Heimniederlage kommen sahen, nahm Oberlosa USV-Leitwolf Pierre Sogalla (5 Tore) per Manndeckung aus dem Rennen. Und Marc Multhauf machte mit einem Hattrick aus dem 28:30-Rückstand eine 31:30-Führung. 25 Sekunden kam Oberlosa erneut in Ballbesitz. Was danach passiert, wird lange in Erinnerung bleiben.

Statistik

Oberlosa: Klaus, Flämig; Kveton (1 Tor), Wetzel (2), Weikert (2), Peschke (3/ davon 3 Siebenmeter), Roth (3), Englert (1), Trommer-Ernst, Mertig (2), Richter (5), Hertel, Kolomaznik (4), Multhauf (8). Zuschauer: 559



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