Landwirte schlagen Alarm

Debatte Kappung der EU-Fördermittel sind existenzbedrohend

Großzöbern. 

Großzöbern. Mögliche Fördermittel-Kürzungen seitens der EU beschäftigen auch die Agrargenossenschaft Großzöbern. Im Kern geht es um die Kappung von Direktzahlungen pro Hektar ab einer bestimmten Betriebsgröße. Keine guten Nachrichten für Landwirtschaftsbetriebe in Ostdeutschland. Als Nachfolger der LPG bewirtschaften sie vergleichsweise größere Flächen als anderswo in Europa. Genossenschafts-Vorstand Dirk Rudert glaubt nicht, dass nur kleine Betriebe die einzig richtige Alternative für die Zukunft sind. "Aus unserer Sicht wäre das eine falsche Entwicklung."

Es war eine bewusste Entscheidung

Das Modell Genossenschaft habe sich bewährt. "Wir sehen uns als Mehrfamilienbetrieb." Über 130 Verpächter und 70 Genossenschafts-Mitglieder bilden zusammen mit 28 Mitarbeitern das Fundament des Unternehmens. Bewirtschaftet werden 1200 Hektar Grünfläche. Im Jahr 2001 stellten die Verantwortlichen ihre Produktion auf ökologische Landwirtschaft um. Chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel sind gemäß den ökologischen Richtlinien tabu. Rund 300 Milchkühe liefern Bio-Milch in eine Bayreuther Käserei. Der 2008 eröffnete Hofladen an der Ortsdurchfahrtsstraße mit Fleisch aus eigener Produktion ist das Aushängeschild der Genossenschaft.

"Wir haben uns bewusst für den Standort im Dorf entschieden", blickte Rudert auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zurück. Inzwischen schauen hier Kunden aus der gesamten Umgebung regelmäßig vorbei. "Dadurch halten wir die Verbindung zum Landleben aufrecht." Der extrem trockene Sommer im Vorjahr machte auch den Landwirten in Großzöbern zu schaffen. Nun gab der Vorstand vorsichtig Entwarnung. "Wir haben unseren Tierbestand gut durch den Winter gebracht." Das Futter habe bis jetzt geradeso gereicht. Nun hoffen alle auf eine frühe erste Mahd.