"So geht es hier nicht weiter"

Bildung Lehrer und Schüler sorgen für neue Dimension des Widerstands

Vorbei scheint die Zeit, in der Lehrer, Eltern und Kinder den Dienst nach Vorschrift akzeptiert haben. Alle drei "Fraktionen sagen jetzt: Ende!" In dieser Woche ließ man nach unzähligen Worten in Plauen überall sichtbar Taten folgen. Dem Lehrerstreik schloss sich auf dem Altmarkt eine Großdemonstration an. Viele "Pauker" wirken ausgebrannt, emotionslos und vor allem machtlos. Der BLICK-Reporter hat sich mit fünf Lehrern unterhalten. Einhelliger Tenor: "Keiner hört uns zu. Unsere Bildungspolitik hat nichts mit dem zu tun, was wir für richtig halten." Dass diese Aussage tatsächlich zu stimmen scheint, verdeutlicht der Warnschrei des Jugendparlamentes der Stadt Plauen (JUPP). Zeitgleich trieb diese Interessenvertretung die Schüler zu einer Demonstration mit anschließender Kundgebung auf dem Klostermarkt auf die Straßen. Von "desaströsen Auswirkungen der derzeitigen Bildungspolitik" ist die Rede. Und ganz konkret prangert Marie Hammerschmidt an: "Es ist unzumutbar, dass auch im neuen Schuljahr unzählige Stunden in Prüfungsfächern nicht fachgerecht vertreten oder verschoben werden und manche sogar ausfallen." Steve Hädicke ergänzt: "Wir lassen es uns nicht mehr gefallen, dass es keine qualifizierten Fachkräfte als Ersatz gibt und Klassen mangels Lehrer zusammengelegt werden. Darunter leidet das Lernklima."Kevin Hellfritsch begründet den enormen Aufwand des JUPP's so: "Wir wollen ein deutliches Signal nach Dresden senden! Diese Bildungspolitik hat mit uns keine Zukunft!" Der BLICK weist seit Wochen auf die Schieflage und die Diskrepanz zwischen schönen Worten und der Realität hin. Beklagt wird vor allem eine Art von gnadenloser Ignoranz, die hochgebildete Entscheidungsträger aus dem Vogtland immer wieder zu spüren bekommen, weil sie mit amtlichen Bevollmächtigten gar nicht in Kontakt treten können. Da die vogtländischen Landtagsabgeordneten nicht helfen konnten, kommt es nun zu schärferen Protesten.