Wo Marienkäfer Goldscheefle sind

Mundart Willitzgrüner schreibt über vogtländisches "Starngezwitscher"

Willitzgrün. 

Willitzgrün. Wenn Manfred Zill auf der Computer-Tastatur tippt, läuft das Rechtschreib-Programm auf Hochtouren. Fast jedes Wort ist rot unterstrichen. Kein Wunder, denn der Mundart-Autor schreibt die Texte so, wie den Vogtländern der Schnabel gewachsen ist. Das mit der "Muttersprooch" ist eben so eine Sache. Aktuell erschien sein Buch "Starngezwitscher". Es ist sein zweites Werk dieser Art. Auf über 100 Seiten findet der Leser heitere und auch besinnliche Kurzgeschichten mitten aus dem Leben gegriffen. Zudem streute der 68-Jährige jede Menge Reime, Verse und Wetterregeln ein. Als Grundlage seines Schaffens diente der Fundus aus dem dicken Ordner, den er seit Jahren mit Papier füttert. Seit den 1980er Jahren sammelt der gelernte Musikinstrumentenbauer aus Schöneck alles, was nach Mundart klingt. "Das ist die enge Verbindung zu meiner Heimat." Was die Vorfahren überliefert haben, möchte er gern bewahren. Noch heute spitz er die Ohren, wenn er die unterschiedlichen vogtländischen Dialekte hört. Seine Begriffsklärungen sind das Gegenteil von spröden Übersetzungen. Stattdessen stößt man beim Lesen auf witzige Wortspiele. Beim Blättern geht's auch tierisch zu. So lernt man beispielsweise, dass Marienkäfer in Schöneck "Goldscheefle" heißen. Und wenn die Henne "glutscht, is se e Glutsch". Zumindest so lange sie auf ihren Eiern sitzt. Beim Lesen der Lektüre schmunzelt man über herrliche Geschichten vom "Nachthemm gegn de Lais" , "De Hochzichnahcht" oder "Is erschte Radio in Schenneck".