Karat ist einfach nicht tot zu kriegen

Veranstaltung Dreilich und Co. begeistern fast 900 Fans

Die solide handgemachte Musik kam bei den Konzertbesuchern an. Foto: Andreas Wohland

Zwickau. Nur wenige Ostrock-Bands haben es wirklich geschafft, sich auch nach dem Mauerfall im Haifischbecken der Musikindustrie zu behaupten. Die Berliner Gruppe Karat gehört dazu. Nicht zuletzt auch durch ihre solide handgemachte Musik.

Ausverkaufte Halle

Das stellten die Mannen um Sänger Claudius Dreilich am Freitagabend im ausverkauften Zwickauer Konzert- und Ballhaus eindrucksvoll unter Beweis. Mit einem ausgewogenen Mix alter und aktueller Titel begeisterte Karat das knapp 900-köpfige Publikum. Claudius Dreilich, der nach dem Tod seines Vaters Herbert in dessen Fußstapfen getreten war, überzeugte mit versierten Gesangsdarbietungen. Gleichzeitig ließ er aber den alten Karat-Barden wie Bernd Römer, Christian Liebig und Martin Becker genügend künstlerischen Freiraum.

Begeistern immer noch nach 40 Jahren

In Zwickau nicht mit dabei war Schlagzeuger Michael Schwandt, der einen Erholungsurlaub genoss. Karat brillierte bei Titeln wie "Schwanenkönig", "Hab' den Mond mit der Hand berührt" und dem legendäre "Über sieben Brücken". Nicht minder grandios zeigten sich Musiker bei der Interpretation des monumentalen und stark instrumentierten "Albatros". Zum Dank gab es von den Fans minutenlangen jubelnden Applaus.

Karat, die am 22. Februar 1975 in Heidenau bei Dresden ihr erstes Konzert gaben, sind auch nach mehr als 40 Jahren Bühnenerfahrung nicht tot zu kriegen.