30 Jahre im Dienst der Schnitzkunst - Der VES feiert Geburtstag

Jubiläum Verband setzt sich für erzgebirgische Volkskunst ein

Erzgebirge. 

Erzgebirge. Am kommenden Dienstag, dem 30. Juni wird der "Verband Erzgebirgischer Schnitzer e. V." (VES) 30 Jahre alt. Das ist eine lange Zeit, in der sich der Verband unter der Leitung eines rührigen Vorstandes und den Aktivitäten von vielen gestandenen Schnitzfreunden und Schnitzfreundinnen mit Engagement etablierte.

Wirken der erzgebirgischen Bildschnitzer sollte fortgesetzt werden

Am 30. Juni 1990 fanden sich zahlreiche Schnitzer im Annaberger "Erzhammer" zusammen und gründeten den VES. Wolfgang Süß aus Königswalde gehörte zu den Gründungsmitgliedern und ist heute 2. Vorsitzender. Er weiß: "Nach Auflösung des ehemaligen Kulturbundes sollten unsere Schnitzer wieder einen Dachverband haben, der ihre Interessen vertritt, sich einsetzt für Erhaltung unserer erzgebirgischen Volkskunst, dem Schnitzen und Basteln. Dabei wollen wir das Wirken des 1935 aufgelösten 'Verbandes der Erzgebirgischen Bildschnitzer' fortsetzen und mit neuem Leben erfüllen."

Heute zählt der Verband zirka 250 Mitglieder. Viele Schnitzvereine des Erzgebirges haben sich angeschlossen. Der Verband wirkt für die Förderung und Erhaltung der traditionellen erzgebirgischen Volkskunst des Schnitzens, Drechselns und Bastelns. Wichtig sind vor allem auch die Nachwuchsförderung sowie die Qualifizierung aller interessierten Mitglieder. So umfangreich und vielfältig wie die Thematik des Schnitzens sind auch die Angebote und die Leistungen des VES.

Hier kennt sich auch Dietmar Lang als 1. Vorsitzender bestens aus: "Zu den in diesen 30 Jahren realisierten zahlreichen Aktivitäten gehören unter anderem Buckelbergwerkstreffen, Anfertigung von neuen Ortspyramiden und die Pflege der Bestehenden sowie deren jährlicher Auf- und Abbau. Auch Ausstellungen, Holzbildhauer-Symposien und Schnitzlehrgänge führte der VES durch oder unterstützte sie maßgeblich. Ein hervorragendes Beispiel für überregionale Zusammenarbeit der Schnitzgruppen ist die Schaffung des 'Waldgeisterweges'."

Es wird weitergehen!

Die 28. Schnitzertage im März konnten noch erfolgreich durchgeführt werden. Dann fiel die Tür ins Schloss - der "Lockdown" war da. Die Vereinsarbeit fiel aus und auch eine lange geplante Ausfahrt sowie die gut vorbereitete Ausstellung des russisch-sibirischen Holzbildhauers Leonty Usow in der "Manufaktur der Träume" fanden nicht statt. Doch für den Verbandschef steht fest: "Es wird weitergehen. Der Verband arbeitet kontinuierlich an seinen Zielen und stellt sich kommenden Herausforderungen. Das wird gelingen, denn die Erzgebirger sind erfinderisch, kreativ, fleißig und mit einem gesunden Stolz sehr heimatverbunden. Neue Mitglieder und Mitgliedsvereine sind uns willkommen."