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Alter schützt vor Technik nicht: 78-Jähriger Borstendorfer produziert beeindruckende Bilder

Heimatfilme Dietmar Ender präsentiert dank seiner Drohne einzigartige Filme

Borstendorf. 

Borstendorf. Drohnen werden häufig kritisch beäugt, weil so mancher einen Eingriff in seine Privatsphäre befürchtet. Außerdem werden sie meist der jüngeren Generation zugeordnet, weil es sich um moderne Technik handelt, die nicht leicht zu bedienen ist. Im Fall von Dietmar Ender treffen diese beiden Vorurteile definitiv nicht zu, denn der Borstendorfer ist bereits 78 Jahre alt. Trotzdem kann er mit seinem Steuerpult und der dazu gehörigen Drohne perfekt umgehen. Und über die daran befestigte Kamera muss sich keiner Sorgen machen, denn sie ist nur dafür da, wunderschöne Bilder von Landschaften und Städten aufzunehmen.

 

Alles begann mit Schmalfilmen

 

"Das ist doch herrlich", sagt Ender über diese einzigartigen Ansichten aus der Vogelperspektive. An solche Kunstwerke war vor 60 Jahren noch nicht zu denken, doch schon damals hielt der Erzgebirger gern Situationen und Aktionen per Kamera fest. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern seiner Schmalfilmgruppe war er schon zu tiefsten DDR-Zeiten in dieser Hinsicht aktiv. Das nötige Fingergeschick bringt der Borstendorfer mit, schließlich ist er gelernter Drechsler. War die Arbeit getan, dann ging es in der Freizeit oft darum, das Leben im eigenen Ort und in den Nachbargemeinden in bewegten Bildern für die Nachwelt zu sichern.

 

Konzentration am Steuer gefragt

 

Bis heute hat sich an diesem Hobby von Dietmar Ender nichts geändert, allerdings verwendet er dafür inzwischen ganz andere Technik. Als ihm ein Freund 2015 erstmals eine Drohne vorführte, war er auf Anhieb begeistert "von den Einsatzmöglichkeiten und der Qualität der Bilder". Auch davor, den Umgang mit den hochmodernen Geräten zu lernen, hatte der Rentner keine Angst. "Es ist kein Hexenwerk", sagt der 78-Jährige über die Steuerung der Drohne, auch wenn dies viel Konzentration erfordert. "Vor allem, wenn die Kamera in eine Richtung filmt und die Drohne in die andere fliegt."

 

Premiere vorerst verschoben

 

Dass Dietmar Ender sein neues Handwerk versteht, beweisen seine Filme. "Borstendorf von oben" war sein Debüt, das bei Präsentationen im Ort das Publikum begeisterte. Inzwischen hat er auch schon Luftaufnahmen von Grünhainichen, Eppendorf und Schönerstadt gemacht und daheim an seinem Computer in Filmen verarbeitet. Auch das hat es in sich, denn aus bis zu 50 Stunden Filmmaterial müssen so um die 50 Minuten werden. Der Film "Augustusburg von oben" ist sein neuestes Werk, das eigentlich Ende Oktober erstmals gezeigt werden sollte. Wegen den Corona-Beschränkungen fiel die Premiere allerdings aus. "Wir werden die Vorführung im Stadthaus Augustusburg nachholen, sobald es die Lockerungen zulassen", kündigt der Borstendorfer nun an.

 

 



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