Arnaud Friedrich auch in der Langstrecken-Weltmeisterschaft der Jüngste

MOTORSPORT 18-jähriger Bräunsdorfer führte Team beim deutschen WM-Lauf auf Platz 17

Auch in diesem Jahr gastierte die World Endurance Championship, die Langstrecken-WM für Motorräder, in der Motorsport Arena Oschersleben. Im Bild vorn: Arnaud Friedrich. Foto: Thorsten Horn  Foto: Thorsten Horn

Oschersleben. Auch in diesem Jahr gastierte die World Endurance Championship, die Langstrecken-WM für Motorräder, in der Motorsport Arena Oschersleben. Nachdem der im Limbach-Oberfrohnaer Ortsteil Bräunsdorf lebende Arnaud Friedrich in diesem Jahr neue Wege beschritt, indem er der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) vorerst Lebewohl gesagt und beim polnischen Langstrecken-WM-Team LRP Poland angedockt hatte, kam er am Samstag, dem 9. Juni, zu seinem zweiten WM-Einsatz.

Die Sache mit der Volljährigkeit

Der erste hätte beim berühmten 24-Stunden-Rennen in Le Mans über die Bühne gehen sollen, doch da er dort an den Trainingstagen noch keine 18 Jahre alt war, was Voraussetzung für eine Teilnahme ist, sondern erst am Renntag (21. April) sein 18. Wiegenfest feierte, hatte er, trotz im Vorfeld erteilter Freigabe und demzufolge dienstbeflissener Anreise, dort keine Startgenehmigung erhalten.

Somit feierte er sein Debüt leicht verspätet vor knapp einem Monat auf dem Slovakiaring und kam nun zu seinem ersten WM-Rennen vor heimischer Kulisse. Den Bördekurs kennt Arnaud Friedrich wie seine Westentasche, schließlich war er in seiner IDM-Karriere hier schon etliche Male unterwegs - in den letzten beiden Jahren sogar als jeweils jüngster in der deutschen Top-Klasse "Superbike".

Auch beim zum Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft im Rahmen der 21. German Speedweek war er der jüngste Teilnehmer auf einem großvolumigen 1.000-ccm-Bike, was ihn nicht davon abhielt, vor 12.500 Zuschauern der beste Fahrer seines Teams zu sein und damit einen großen Anteil daran hatte, dass man unter den 36 gestarteten Mannschaften nach einer Renndistanz von acht Stunden Gesamtrang 17 belegen konnte.

"Ich durfte erneut den Start fahren, was wieder ein tolles Erlebnis war. Leider wurde uns schon vor dem Rennen eine Durchfahrtsstrafe auferlegt, da wir im Qualifying einen Reifensticker verloren hatten. Zudem hatten wir zu Rennbeginn noch ein kleines technisches Problem, doch danach lief es eigentlich. Wir haben uns wieder vorgearbeitet, sind ins Ziel gekommen und haben sogar noch ein paar WM-Punkte mitgenommen. Damit können wir unterm Strich zufrieden sein", meinte Arnaud Friedrich nach dem Rennen, womit er sogar ein wenig tief stapelte, denn als klar schnellster Fahrer des LRP-Trios wären seine sportlichen Ambitionen durchaus etwas größer gewesen.

Mit einem nicht ganz so versierten Road Racer und dem leicht übergewichtigen Teamchef, der eher der Kategorie Hobby-Rennfahrer zuzuordnen ist, stand man in Sachen Gesamtwertung auf ziemlich verlorenen Posten. Doch diese Tatsachen waren von vornherein bekannt, sodass sich Arnaud Friedrich darüber kein bisschen echovierte.

Fokus nun wieder auf Alpe-Adria-Cup gerichtet

Dennoch war er dankbar und zufrieden in dem Wissen, wieder eine gute Visitenkarte abgegeben zu haben und konzentriert sich nun wieder auf seine nächsten Aufgaben als Solist im gleichen Team. "Ich bestreite ja noch für das Team LRP Poland den Alpe-Adria-Cup und liege dort derzeit auf Tabellenrang zwei. Es sind noch vier Läufe. Davon kenne ich zwei Strecken noch nicht, so dass es in Sachen Titel eher schwer wird. Das Finale findet Anfang Oktober hier in Oschersleben statt. Mal sehen welche Ausgangslage ich dann haben werde", so noch einmal der schnelle Sachse.