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Auer Zoo der Minis im Lockdown

Zoo Besucher fehlen: Tiere brauchen Abwechslung und Beschäftigung

Aue. 

Aue. Der Auer Zoo der Minis im Lockdown - es fehlen die Besucher und das spüren natürlich auch die Tiere. Da liegt der Gedanke nahe, dass es den Tieren vielleicht langweilig werden könnte. Aue-Bad Schlemas Stadtsprecherin Jana Hecker hat recherchiert - aus Dresden höre man, dass die Orang-Utans Fernsehen schauen und die Zebras Musik hören und im Zoo in Kansas City haben die Pinguin-Wärter wohl drei der kleinen Vögel einen Ausflug in die Bildgalerie des Museums spendiert.

Doch wie sieht es in Aue aus? Auch außerhalb des Lockdowns spiele die sogenannte Verhaltensanreicherung für die Tiere eine große Rolle, sagt Bärbel Schroller, die Vorsitzende des Fördervereins "Zoo der Minis Aue". Ihr Lebensalltag werde von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Nahrungs- und Wassersuche, Revier- und Rangkämpfe, Sexualleben, Aufzucht von Jungtieren, die Bedrohung durch Feinde und vieles mehr. Diese Dinge müsse man natürlich auch in der Zoohaltung berücksichtigen. Und da tut man in Aue einiges: so werden unter anderem Duftmarken von "Beutetieren" im Gehege eingebracht, Gewürze oder Parfüm versprüht - alles, um zur Stimulation des Geruchssinnes. Bürsten, Matten und Zweige nutzt man als Hilfsmittel zur taktilen Stimulation. Auch wird das Futter unterschiedlich gereicht, einmal versteckt, verstreut, oder auch im Ganzen. Zudem werden die Tiergruppen so zusammengestellt, dass sie ihr natürliches Verhalten weitestgehend ausleben können, was als soziale Komponente wichtig ist.

Nicht zuletzt sorgt eine abwechslungsreiche Gestaltung der Gehege dafür, dass der Alltag im Tiergarten nicht langweilig wird. Einige Zootiere sehen Besucher als Bereicherung ihres Lebensraumes. Doch genau die fehlen seit Monaten. Im Auer Zoo der Minis versucht man im Rahmen der zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten, Beschäftigungsangebote zu schaffen. Die Erfahrung zeigt, dass fast alle Tiere im Auer Zoo der Minis begeistert sind von Besuchern mit Hunden. Diesen Part übernimmt jetzt der Zoohund Zwergspitz Mutzel. Bei der Fütterung ist mehr Kreativität gefragt. Da wird das Futter beispielsweise in Kartons gepackt, im Gehege versteckt oder schwer erreichbar aufgehängt. Insekten werden in Heu oder Futterkugeln versteckt. Bei den Krallenäffchen werden auch Zettel gefaltet in denen Leckereien versteckt sind. Da auch "Nieten" dabei sind, beschäftigen sich die Tiere intensiv damit. Auch wenn sich die Tiere wohl fühlen, hofft man im Auer Zoo der Minis, dass möglichst bald wieder Besucher vorbeischauen dürfen.