Aufprallsimulator öffnet Zschopauern die Augen

Experiment Verkehrswacht macht in Zschopau Station

Zschopau. 

Zschopau. Um junge Menschen im Alter von 16 bis 21 Jahren für gefährliche Situationen im Straßenverkehr zu sensibilisieren, gibt es die "Aktion Junge Fahrer". Bei ihrer Tour durch den Freistaat machte die Landesverkehrswacht dabei auch im mittleren Erzgebirge Station. Genauer gesagt am Beruflichen Schulzentrum in Zschopau, wo sich etwa 140 Schüler nicht nur über Tipps und Hinweise freuen durften. Zu den insgesamt sieben Stationen gehörten auch einige Experimente, durch die man bestimmte Szenarien nachempfinden kann. Neben der Rauschbrille, die die Wahrnehmung nach Alkoholkonsum simuliert, sorgte dabei vor allem ein Gerät für Staunen. Gemeint ist der neue Aufprallsimulator, von dem es aktuell nur elf Exemplare in ganz Deutschland gibt. Er kommt daher wie ein kleines Auto, rutscht auf einer Schiene aber nur wenige Meter bis zum plötzlichen Halt, dem vermeintlichen Crash.

"Richtig ergriffen von der Intensität"

Bislang konnten Jugendliche nur auf einem sogenannten Gurtschlitten den Aufprall nachempfinden - eine Art rollender Sitz. Durch die neue Technik wirkt das Szenario wesentlich realistischer und weckt bei der jungen Generation mehr Interesse. "Etwa 90 Prozent der Teilnehmer sind richtig ergriffen von der Intensität", schildert Matthias Gruber von der Landesverkehrswacht seine Erfahrungen. Den Fokus auf diese Gefahr zu lenken, ist in seinen Augen wichtig, denn viele Jugendliche seien zu "Gurt-Muffeln" geworden. Dies sagt der ehemalige Polizist Gisbert Bärschneider, der ehrenamtlich für die Verkehrswacht aktiv ist. Auch er will unbedingt Aufmerksamkeit für dieses Problem wecken, denn die Fliehkraft wirke stärker als von vielen erwartet. Dass der simulierte Aufprall schon bei lediglich 10 km/h so intensiv wirkt, helfe dem Verständnis, welch gravierende Folgen eine Kollision bei höherem Tempo hat.