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Ausgeträumt: Zschopau wird kein Standort von Harley-Davidson

Motorradbau Oberbürgermeister sucht vergeblich den Kontakt

Zschopau. 

Zschopau. Vor allem dank MZ ist Zschopau eine Stadt mit langer Motorrad-Tradition. Zu DDR-Zeiten erlangte diese Marke Weltruhm, an den nach der politischen Wende angeknüpft werden sollte. Nach mehreren Versuchen war der Motorradbau mit der letzten gescheiterten Sanierung im Jahr 2012 allerdings Geschichte. Eine - wenn auch winzige - Hoffnung auf einen Neuanfang weckte nun bei Oberbürgermeister Arne Sigmund die Ankündigung des US-Motorradherstellers Harley-Davidson, einen Teil seiner Produktion aus Amerika nach Europa zu verlagern.

Bereits bestehende Betriebe werden genutzt

Es war eine Nachricht, auf die Sigmund mit einem Brief an das Unternehmen aus den USA reagierte. "Zschopau ist der Standort in Europa, der zu Harley Davidson passt. Eine Legende produziert an einem legendären Standort." Mit diesen Worten versuchte Sigmund, den Verantwortlichen von Harley-Davidson Zschopau als Standort schmackhaft zu machen. Das Stadtoberhaupt wies in seinem Schreiben auf die jahrzehntelange Tradition hin: "Hier in Zschopau wurde vor reichlich 100 Jahren mit der Entwicklung und der Produktion von Motorrädern begonnen, die unter den Namen DKW und MZ Geschichte schrieben." Insgesamt seien von 1922 bis 2012 mehr als drei Millionen Motorräder vom Band gelaufen.

Trotz aller Bemühungen gab es allerdings eine Absage aus den USA. Mit Jane Stevenson antwortete eine Mitarbeiterin aus dem Management, die sich zunächst einmal für das Interesse aus dem Erzgebirge bedankte. Zwar würden "Details der Produktionsverlegung noch untersucht". Jedoch sei schon jetzt klar, dass im Fall einer solchen Veränderung bereits bestehende internationale Betriebe von Harley-Davidson genutzt würden. Der Bau einer neuen Fabrik in Europa sei nicht vorgesehen.