Besucherrekord bei "Rock auf dem Berg"

Festival Ostseehardcore bis Russenska auf dem Katzenstein

Konfettiregen für die Fans. Die "Gruppa Karl-Marx-Stadt" brachte auch die Metalfans zum Tanzen. Foto: Dirk Trautmann

Pobershau. Rock auf dem Berg ist in die Jahre gekommen - aber dabei nicht ergraut geworden. Am Wochenende hat zum 20. Mal der Katzenstein erbebt und gebebt, zu den Klängen von Heavy Metal in seinen verschiedensten Ausprägungen, zu Punk und zu Hardcore. Und dann machte am Samstagabend diese Meldung die Runde: Das Festival ist ausverkauft, die wenigen Karten an der Abendkasse gingen am Samstag weg wie die berühmten warmen Semmeln.

Alte Freunde wiedersehen

Und die Besucher kamen von ganz nah bis ganz weit weg, so beispielsweise das Brüderpaar Thomas und Matthias. Thomas aus Pobershau und Matthias aus Kiel. "Wir sind nicht jedes Jahr hier gewesen, aber die Musik gefällt uns. Und wir können alte Bekannte und Freunde wieder sehen", sagten die beiden.

Dann gab es noch eine Gruppe von Metalfans aus Mittweida und Umgebung. Sie haben sich zum Studium in Mittweida kennen gelernt und treffen sich seit ein paar Jahren in Pobershau, bei Rock auf dem Berg. "Wir sehen uns nur noch selten, aber wenn, dann ganz intensiv", sagte Danny Klinger aus Eibenstock, ein Mitglied dieser selbst ernannten "Reisegruppe Elend", die in und vor ihren Zelten Kraft tankte für einen Abend voller heftiger Musik.

Metaller tanzen auch mal bei Ska

Am Samstag zählte zu diesen Bands die "Gruppa Karl-Marx-Stadt", die mit ihrem russisch angehauchten Ska selbst eingefleischte Metalfans vor die Bühne und zum Tanzen brachte. Und auch die Rostocker Crushing Caspars ließen das Zelt erbeben mit ihrem Baltic Sea Hardcore, ihrem "Ostseehardcore".

Der Sänger und Gitarrist der Band, der auf den "Kampfnamen" Snoopy hört, schwört auf dieses Festival: "Das ist ganz klasse. Organisatoren und Fans und die Stimmung sind gnadenlos gut."Das Miteinander verschiedenster Musikstile stimmte, von den brachialen Marienbergern von Trynity bis zu den Rock´n´Rollern der Ehrenfriedersdorfer Band The Good Rockin` Daddies.

Wenn Festivalfans Eltern werden

Aufgefallen ist das entspannte Miteinander von Musikfans und Musikern, die auch ihre Kinder mitbrachten zu heftiger Musik. Mit riesigen grünen Ohrschützern auf dem Kopf tanzte der Dreijährige Alfons mit seiner Mutter Annabell zu den Klängen der "Gruppa Karl-Marx-Stadt", dann wollte er unbedingt noch seinen Papa Robby Wolf erleben, der bei Trynity die Saiten malträtiert. "Den Papa hören wir noch, dann kommt der Opa", sagte Mama Annabell zum Sohnemann. Der Opa kam ohne Band, dafür mit dem Auto, um den Kleinen zum Schlafen zu bringen.