Bürgermeister wollen kommunale Probleme lösen

Politik Dem Freistaat die Hand reichen

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Sebastian Martin (Mitte), Bürgermeister von Crottendorf, zeigt einen Ordner, der "nur ein kleines" Straßenbauprojekt enthält. Foto: Ilka Ruck

Erzgebirgskreis. Am Donnerstag wurde von 21 erzgebirgischen Bürgermeistern und Oberbürgermeistern ein Positionspapier unterschrieben. Nun kommt es auf die Landesregierung des Freistaates Sachsen an, ob die Forderungen gehört und diskutiert werden. Die Sorgen der erzgebirgischen Kommunen sind vielfältig (BLICK berichtete).

An der Basis merkt man immer mehr, dass die Landes- und Finanzpolitik des Freistaates ihr Schuldenproblem einfach zu Lasten der Kommunen verschoben hat. Diese kämpfen mit weniger Einnahmen, höheren Ausgaben und einem immens gestiegenen Verwaltungsaufwand. Beim Kampf um mehr Mittel für die Städte und Gemeinden sind die Bürgermeister mit dem Herzen dabei. Und allen tut es weh, wenn junge Leute in die Großstädte ziehen und es im Erzgebirge immer weniger Arbeitskräfte, Personal und infrastrukturelle Maßnahmen gibt.

"Es nützt nichts, wenn du am Waldrand Rehe siehst, aber nicht weißt wo du dein Brot kaufen kannst."

Jens Müller ist Bürgermeister in Bad Schlema. Er betonte: "Unsere Forderungen haben nichts mit Rebellion zu tun. Was sich in dem Papier widerspiegelt, ist unsere Position. Ob kleinere oder große Kommunen, alle haben den gleichen Aufwand". Doch das Stadt-Land-Gefälle wird immer größer. Auf dem Land sollen sich die Städter erholen. Thomas Kunzmann, Bürgermeister von Lauter-Bernsbach brachte es auf den Punkt: "Es lebt sich im ländlichen Raum wunderschön. Doch es nützt nichts, wenn du am Waldrand Rehe siehst, aber nicht weißt wo du dein Brot kaufen kannst."

Für das Land fehle zudem ein Masterplan für Ärzte und Lehrer. Fördermittelvergaben scheitern oftmals an den Absurditäten der Bürokratie. Fest steht, die Unterzeichner wollen nicht Front gegen den Freistaat machen, sondern ihm die Hand reichen, um kommunale Probleme für die Bürger wirksam und nachhaltig zu lösen.