Busfahrer des ÖPNV: Wie das Virus unsere Gesellschaft verändert

KriseAbstand halten ist dieser Tage oberstes Gebot auch in Bussen des ÖPNV

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Die Bekämpfung der Corona-Pandemie bringt Einschränkungen im privaten Bereich wie im gesellschaftlichen Leben mit sich. Für die wenigsten ist Home-Office-Arbeit möglich, viele gehen also täglich weiter aus dem Haus zur Arbeit. Neben dem Gesundheitswesen und dem Lebensmittelhandel ist auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in der Krisenzeit systemrelevant. Und ständig werden auch hier die behördlichen Sicherheitsbestimmungen angepasst und die psychische Belastung für die Mitarbeiterschaft ist enorm.

Busfahrer Peter Sternitzky fährt mittlerweile schon über 40 Jahre für die Firma Regionalverkehr Erzgebirge. Doch eine Extremsituation wie diese hat auch er noch nicht erlebt. Er sagt, das sei der Wahnsinn. Derweil tun die RVE-Verantwortlichen alles, um die 360 Busfahrerinnen und Busfahrer im ganzen Erzgebirgskreis in der Krisenzeit zu unterstützen. Zu den Schutzmaßnahmen neben der regelmäßigen Desinfektion der Busse gehört auch, dass zur Reduzierung direkter Kontakte von Menschen Fahrkarten nicht mehr direkt vom Fahrpersonal im Bus verkauft werden. Stattdessen erhalten Fahrgäste Fahrscheine nur noch direkt im Busbahnhof in Annaberg-Buchholz oder im Internet.

Weiterhin dürfen Fahrgäste derzeit nur noch hinten einsteigen. "Wir halten die Vorschriften strengstens ein, wie häufiges Händewaschen. Der Großteil der Fahrgäste versteht den Ernst der Situation und hält sich an die von staatlicher Seite vorgegebenen Richtlinien, also weniger mit dem ÖPNV zu fahren. Aber trotzdem ist es notwendig, dass der ÖPNV fährt, denn für ältere und nicht motorisierte Bürger ist es lebensnotwendig. Die Kolleginnen und Kollegen leisten tagtäglich eine Menge unter der nervlichen Anspannung. Die Situation geht ja an niemandem spurlos vorbei. Da wir im direkten Publikumsverkehr stehen, wurden die Maßnahmen getroffen. Zum Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen, aber auch zum Schutz unserer Fahrgäste. Denn falls wir uns gegenseitig anstecken würden, bekämen wir Probleme, den ÖPNV-Betrieb aufrecht erhalten zu können."