Corona: So können sich ältere Menschen schützen

Gesundheit Medizinerin des Helios Klinikums Aue gibt Tipps

Aue. 

Aue. Das Helios Klinikum in Aue gibt Tipps, wie sich gerade ältere Menschen, die zur sogenannten Risikogruppe gehören, vor Corona schützen können. Im Laufe des Lebens verändert sich vieles. Das Immunsystem eines Menschen wird mit zunehmendem Alter schwächer. Wie Altersmedizinerin Dr. Imke Wirth, Chefärztin der Klinik für Geriatrie am Helios Klinikum Aue erklärt, sei ein alterndes Immunsystem mit einem Virus, wie Corona, schnell überfordert. Das treffe vor allem dann zu, wenn Alter und bestehende Grunderkrankungen zusammenkommen. Dann sei die Gefährdung besonders hoch. Abstand und Distanz seien der beste Schutz.

Enkelbesuch als zweischneidiges Schwert

Imke Wirth weiß genau, dass besonders die älteren Menschen unter dem Einfrieren sozialer Kontakte leider. Wirth spricht aber von einem zweischneidigen Schwert beim Gedanken, dass wegen der Kindergarten- und Schulschließungen nun die Großeltern die Betreuung der Enkel übernehmen. Bei Besuchen seien die älteren Menschen einer erhöhten Gefahr ausgesetzt. Junge Menschen, sofern sie keine Vorerkrankungen aufweisen, können aufgrund eines starken Immunsystems besser mit dieser Krankheit umgehen, so die Medizinerin.

Gute Ernährung stärkt Immunabwehr

Gemüse und Obst sollten auf den Speiseplan nicht fehlen. Sauerkraut und Joghurt weisen zudem Milchsäurebakterien auf, die das Gewebe stabilisieren und das Eindringen von Viren erschweren. Nützlich sind darüber hinaus Ingwer und Meerrettich", betont Wirth. Zu den alten Hausmitteln, die bei der ältere Generation noch präsent sind, gehöre auch das regelmäßige Gurgeln beispielsweise mit Salzwasser, um die Keime im Rachen zu minimieren. Gestärkt werde das Immunsystems zusätzlich durch tägliche Spaziergänge an der frischen Luft, eine gelebte Körperhygiene mit regelmäßigem Händewaschen und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1 Liter am Tag. Man solle die ältere Generation nicht sich selbst überlassen, gerade weil sie körperlich geschwächt sind und Hilfe benötigen. Dies sei auch möglich, ohne dass es dabei zu engen Kontakten komme.

Welle an stationären Einweisungen erwartet

Es ist ein Fakt, das die Gesellschaft immer älter wird. Ein rasanter Anstieg von Corona-Infizierten sei gefährlich, sagt Imke Wirth. Zumal die Krankheitswelle parallel zu den ohnehin schon bestehenden gesundheitlichen Beschwerden Älterer verlaufe. Die Medizinerin erwartet für die Älteren eine Welle an stationären Einweisungen. Die Sorge, so Wirth sei, dass bei einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland, alte Menschen mit Herzproblemen, Schlaganfall und Nierenleiden oder anderen Erkrankungen hinten anstehen müssen, weil die Kapazitäten der Krankenhäuser vollkommen ausgelastet sind.

Helios Klinikum als erste Adresse der Region

Das Helios Klinikum in Aue hat die Kapazitäten im intensivmedizinischen Bereich erhöht, um gut gewappnet zu sein. Im Gegenzug bedeutet das, man hat den Bereich der Akutgeriatrie aktuell verkleinert und die geriatrische Tagesklinik vorübergehend geschlossen. Bei alledem sagt Wirth, dass für akut kranke, ältere Patienten die Altersmedizin am Helios Klinikum Aue weiterhin die erste Adresse in der Region sei, um die aktuelle Infektionswelle gesund zu überstehen.