Denkmal-Tour weckt Besinnung im Erzgebirge

Weltfriedenstag Verein der "Erzgebirgsfreunde Russlands" beteiligt sich an Aktion

Zschopau. 

Zschopau. Mit einem Autokorso durchs Erzgebirge hat die Partie Die Linke auf den Weltfriedenstag aufmerksam gemacht. "So konnten wir auch in Corona-Zeiten ein Zeichen setzen", sagt Kreisgeschäftsführerin Andrea Schrutek, die eine Kolonne von 15 Fahrzeugen anführte. Abstandsregeln waren die meiste Zeit über relativ leicht einzuhalten. Allerdings mussten die Teilnehmer auch Masken aufsetzen. Und zwar immer dann, wenn sie ausstiegen um eins der Denkmäler näher unter die Lupe zu nehmen, an denen die insgesamt 226 Kilometer lange Tour vorbeiführte. Fast ein Dutzend solcher Anlaufpunkte diente dazu, um den Opfern der Vergangenheit zu gedenken und sich zu besinnen.

An zehn Stationen Halt gemacht

Auf dem Weg von der Nennigmühle durchs mittlere Erzgebirge, über die Regionen Annaberg und Aue bis hin zum Ziel in Stollberg wurde mehrfach Halt gemacht. Oft handelte es sich dabei um Mahnmale für die Opfer des Faschismus. Zweite der insgesamt zehn Stationen war der Ernst-Thälmann-Ehrenhain in Zschopau, der erst im Frühjahr neu hergerichtet wurde. Der Pflege dieses Ortes widmet sich nun ein Verein, der erst vor zwei Jahren gegründet wurde und in Großolbersdorf zuhause ist. Die Rede ist von den "Erzgebirgsfreunden Russlands", deren Vorsitzender Norbert Staffa vor den Teilnehmern der Denkmal-Tour eine kurze Rede hielt.

Kontaktpflege wichtiger Faktor

Außerdem hatte der Verein eine Info-Tafel mit kurzen prägnanten Slogans vorbereitet. "Lieber Annaberger Christstollen in Moskaus Läden, als deutsche Panzer an Russlands Grenze" stand zum Beispiel darauf zu lesen. Die Worte machten das Anliegen von Staffa und seinen Mitstreitern deutlich, dass der Frieden in der Welt auch mit der Beziehung zu Russland zu tun hat. Und genau die wollen die Erzgebirger pflegen, indem sie zum Beispiel über russische Traditionen und Bräuche Vorträge halten und das Land auch selbst besuchen. "Sonst fahren wir jedes Jahr hin, aber wegen Corona geht das dieses Jahr nicht", sagt der Vereinsvorsitzende, der zum Beispiel mit einem Motorradclub in Ishewsk in engem Kontakt steht. Da Reisen 2020 nicht möglich sind, war Staffa froh, im Rahmen der Denkmal-Tour auf die Bedeutung der deutsch-russischen Beziehungen aufmerksam machen zu können.