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Die Opfer des Todesmarsches

Holocaust Französische Delegation legt Kranz nieder

Anlässlich 70 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus gibt es am kommenden Freitag in Annaberg-Buchholz eine Gedenkveranstaltung. Dazu informiert Stadtsprecher Matthias Förster: "Eine Delegation französischer Überlebender des Todesmarsches Neustaßfurt - Annaberg wird dabei an das schreckliche Geschehen im Frühjahr 1945 erinnern, das für Hunderte Häftlinge den Tod bedeutete. Um 16 Uhr sollen dazu am Gedenkstein an der Kreuzung B 95 / B 101 Kränze und Blumen niedergelegt sowie der zahlreichen Opfer gedacht werden. Im Anschluss daran wird Oberbürgermeister Rolf Schmidt die Delegation im Annaberger Rathaus empfangen."

Im April und Mai 1945 wurde damals ein Zug von 600 bis 700 Gefangenen vom Außenlager Neu-Staßfurt des KZ Buchenwald etwa 375 km durch Sachsen-Anhalt und Sachsen getrieben. Die Route führte von Staßfurt unter anderem über Delitzsch, Lommatzsch, Tharandt, Neuhausen/Ditterbach sowie Ansprung und Marienberg nach Annaberg. Erst am 8. Mai 1945 fand dort der Todesmarsch durch die Ankunft sowjetischer Truppen und die Befreiung der Gefangenen an der heutigen Kreuzung B 95 / B 101 ein glückliches Ende.

"Durch das unmittelbar benachbarte Krankenhaus konnten dabei viele Häftlinge auch ärztlich behandelt werden. Auf der genannten Route wird die französische Delegation unter Leitung von Pierre Bur, eines Überlebenden des Holocaust, unterwegs sein und in den verschiedenen Orten Kränze niederlegen. Annaberg-Buchholz bildet dabei den Abschluss. Die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse von damals ebenso wie an die Befreiung in Annaberg ist bei Pierre Bur und seinen Kameraden immer noch sehr lebendig. Das letzte Mal waren sie vor zehn Jahren in Annaberg-Buchholz. Es wird wohl das letzte Mal sein, dass die heute 90-Jährigen diese große Reise unternehmen", so Matthias Förster. ru/pm



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