Diskussion: Lehrermangel und Stundenausfall

Bildung Ehemaliger Pädagoge erzählt im Wolkensteiner Stadtrat von seinen Erfahrungen

diskussion-lehrermangel-und-stundenausfall
Foto: BraunS/Getty Images

Wolkenstein. Unterrichten in der Wolkensteiner Grundschule genügend Lehrer? Gibt es Stundenausfall und ausreichend Lehrer? Diese Fragen stellte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates dessen Mitglied Lutz Bruchhold. Doch auch die anderen Stadträte beschäftigte das Thema angesichts der aktuellen Diskussion zum Lehrermangel im Freistaat Sachsen.

Wolkenstein versucht den Mangel zu kompensieren

Natürlich gebe es auch in der Wolkensteiner Einrichtung Stundenausfall, erklärte daraufhin Bürgermeister Wolfram Liebing. Im Vergleich zu anderen Schulen falle dieser jedoch noch moderat aus, betonte er. Im vergangenen Jahr habe eine Quereinsteigerin die Arbeit in der Schule aufgenommen, die jetzt mehr Stunden halten dürfe, so Liebing. Derzeit unterstützt auch eine Assistentin für Inklusion die Lehrer bei ihrer Arbeit, sagte das Stadtoberhaupt. Trotzdem sei der Ausfall der Stunden nicht zu kompensieren.

Ehemaliger Lehrer wollte wieder arbeiten

Kritik an der Arbeit der für den Einsatz der Lehrer verantwortlichen Bildungsagentur übte Stadtrat Peter Siedersleben. Der Lehrer im Ruhestand hatte vor einiger Zeit angeboten, vorübergehend wieder als Lehrkraft zu arbeiten, berichtete er im Stadtrat. Er wollte in der Not helfen. Doch auf seinen Antrag habe er anderthalb Jahre keine Antwort von der Bildungsagentur erhalten.

Seine Unterlagen seien verloren gegangen, war ihm schließlich erklärt worden, legte der Falkenbacher dar. Er habe jetzt jedoch seine Bereitschaft, die Arbeit als Pädagoge wieder aufzunehmen, zurückgezogen. Dabei sei er ein ausgebildeter Lehrer.

Bei einem Treffen in Annaberg-Buchholz habe er auch Sachsens Noch-Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich seine Erfahrungen geschildert. Sein Fazit: "Wenn das so weitergeht, dann hat das Land Sachsen noch lange Probleme mit fehlenden Lehrern", prognostiziert Peter Siedersleben.