Drehtür-Modell soll Motivation stärken

Bildung Schüler schnuppern im Unterricht höherer Klassenstufen

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Die beiden Neuntklässler Luisa Müller (li.) und Hannes Förster (re.) haben das Drehtür-Modell schon ausprobiert und sind begeistert. Foto: R. Wendland

Schneeberg. Mit dem Drehtür-Modell geht man an der Evangelischen Oberschule in Schneeberg neue Wege. Schulleiterin Antje Böhm sagt: "Es ist uns wichtig, die Stärken und Potenziale der Schüler zu finden. Dieses Schuljahr haben wir uns auf die Fahne geschrieben, weniger defizitorientiert zu arbeiten, sondern die Förderung begabter und leistungsstarker Schüler etwas mehr in den Vordergrund zu rücken."

Eine Stunde in einer höheren Klassenstufe

Ganz neu an der Schule ist das sogenannte Drehtür-Modell. Antje Böhm erklärt, was dahintersteckt: "In diesem Rahmen bieten wir Schülern die Möglichkeit, für eine Stunde in eine höhere Klasse zu gehen und dort am Unterricht teilzunehmen." Die Entscheidung, wer durch die Drehtür geht, trifft der Fachlehrer, der am besten einschätzen könne, welcher Schüler das Potenzial hat. "Indem die Schüler, die das durchleben, in ihrer Klasse davon erzählen, steigt auch die Motivation der anderen Schüler, das selbst einmal erleben zu wollen", ist sich Antje Böhm sicher.

Interessant und informativ

Luisa Müller besucht die neunte Klasse und hat das Drehtür-Modell im Fach Geschichte ausprobiert. Die 15-Jährige aus Sosa meint: "Im Unterricht bin ich gut mitgekommen. Ich wusste im Vorfeld schon, was grob drankommt. Für mich war es eine schöne Erfahrung." Auch der Zschorlauer Hannes Förster ist schon gependelt. Der 14-Jährige sagt dazu: "Es war schön zu sehen, wie es in den anderen Klassen abläuft und auch schon einmal in den Stoff der 10. Klasse reinzuschauen. Es war interessant und informativ."