• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

Ein Schicksalsort für Erzgebirge Aue? "Immer wieder dieses Heidenheim"

Unglaubliches Jammertal und Weltuntergang in der Ostalb

Aue/Heidenheim. 

Aue/Heidenheim. Elf Minuten und vier Sekunden, genau so lang dauerte der herbeigesehnte Saisonauftakt des FC Erzgebirge Aue gegen den FC Heidenheim in der Voith-Arena am 30. Juli 2017. Dann war Schluss. Was war geschehen? Die Fans der Lila-Weißen reisten bei bestem Sommerwetter in den Osten von Baden-Württemberg. Doch schon als die meisten im Stadion ihren Platz gefunden hatten, verdunkelte sich der Himmel. Und dann: Petrus drehte die Schleusen auf. Es schüttet wie aus Kannen, hinzu kamen Blitz und Donner. Die mitgereisten Journalisten saßen zwar unter dem Stadiondach, doch der Regen peitschte so in die Arena, dass innerhalb weniger Minuten viele Rechner pitschnass waren. Und auch auf dem Rasen war an ein weiterspielen nicht mehr zu denken. Es regnete und es war kaum noch etwas zu erkennen. Der Schiedsrichter unterbrach das Spiel. Die Spieler waren kaum in der Kabine, schon fing es an zu hageln. Die Fans erlebten in Heidenheim ein Unwetter, das an einen Weltuntergang erinnerte. Nachdem das Schlimmste überwunden war, ging gegen 16.10 Uhr das Schiri-Gespann auf den Rasen und testete mit dem Ball. Doch an ein normales Spiel war da nicht mehr zu denken. Der Platz stand unter Wasser, der Ball sprang gar nicht mehr - so aufgeweicht war das Grün. Die Fans warteten geduldig auf ihren Plätzen, denn der Stadionsprecher stellte in Aussicht, dass nach weiteren zehn Minuten noch einmal eine Platzbegehung geplant ist. Doch es reichte nicht, letztendlich hieß es zum Saisonauftakt: Spielabbruch.

Sensationstor von Keeper Männel kann das Schlimmste nicht verhindern

Es war ein weiterer Moment der in die Geschichtsbücher einging. Ein weiterer unvergessener Moment zwischen dem FC Erzgebirge Aue und dem FC Heidenheim. Denn am 24. Mai 2015 erlebten die Spieler dort eine ihrer bittersten Stunden. Eine 2:2 gegen die Baden-Württemberger reichte am letzten Spieltag der Saison 2014/15 nicht zum Klassenerhalt. Der FC Erzgebirge Aue stieg in Heidenheim ab. Den Ausgleichstreffer erzielte damals übrigens Martin Männel, den es einfach nicht mehr in seinem Tor hielt. Als Aue in der 88. Minute einen Eckball zugesprochen bekommt, stürmt der Schlussmann nach vorn und köpft den Ball zum 2:2 ein. Nach dem Spiel brach auch Männel zusammen. Bilder zeigten, wie Männel regungslos auf dem Platz lag.

Zweitliga-Restart erneut auf der Ostalb

Nach einem Jahr der Drittklassigkeit ging es für die Schützlinge von Aufstiegstrainer Pavel Dotchev im August 2016 nach Heidenheim. Die Erzgebirger feierten ihr Comeback in der 2. Bundesliga ausgerechnet in der Voith-Arena und verloren dort mit 1:0. Kein Wunder, dass angesichts dieser besonderen "Beziehung" FCE-Präsident Helge Leonhardt zur Mitgliederversammlung im Dezember 2017 den Satz prägte: "Immer wieder dieses Heidenheim." Er könne es nicht mehr hören, fügte er mit einem Lachen hinzu. 

BLICK blickt rund um das Vereinsjubiläum auf 75 Jahre Wismut und Erzgebirge Aue zurück. Weitere Stories gibt es unter der Rubrik Erzgebirge und auch in den kommenden Tagen auf BLICK.de