Ein Stück Geschichte verschwindet

Abriss Bagger frisst sich durch die alte Rechenhausbrücke

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Die alte Rechenhausbrücke wird abgerissen. Foto: Ralf Wendland

Bockau. Viel ist von der alten Rechenhausbrücke nicht übrig. Das Bauwerk, das über 100 Jahre alt ist, wird endgültig abgerissen. Die Arbeiten sind voll im Gang und schon bald wird man, wenn aller Bauschutt entfernt ist, nichts mehr sehen von der altehrwürdigen Brücke. Lange hat sich die Bürgerinitiative "Freunde der Rechenhausbrücke" engagiert.

Wie Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN erklärt, habe sich letztes Jahr der Verein gegründet, mit dem Ziel, das kulturgeschichtliche Denkmal im Bockauer Muldental der Nachwelt als Rad- und Fußgängerübergang zu erhalten. Man hat nichts unversucht gelassen, hat Petitionen eingereicht und selbst die Bereitschaft erklärt, die Baulastträgerschaft für die Brücke zu übernehmen. Keine der angrenzenden Kommunen hatte sich bereiterklärt. Seiten des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr hatte man dem Verein die Kosten aufgeschlüsselt, die sich jährlich ergeben würden. Diese lagen bei rund 1000 Euro. Und das sei, so Kahl, die bei den Freunden der Rechenhausbrücke selbst engagiert ist, über die Mitgliedsbeiträge und Spenden durchaus zu akquirieren gewesen. Wie Ulrike Kahl erklärt, habe man seitens des Wirtschaftsministeriums dem Verein dann eine andere Rechnung aufgemacht: neben 150.000 Euro, die aufgrund der Verschiebung des Abrisstermins zustande gekommen wären, sollten die Heimatfreude nach Abschluss einer Vereinbarung 1,7 Mio Euro aufbringen und zwar um die Instandsetzung zur Herstellung von Standsicherheit und Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Weitere Kosten von weit über 250.000 Euro entstünden für Bürgschaften, Bauwerkserhaltung und Änderung des Planfeststellungsbeschlusses. Die Gegenrechnung der dann eingesparten Abrisskosten sei ausgeschlossen.