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Sachsen

Eine Großolbersdorferin auf den Spuren von Adam Ries

Heimatforschung Gisela Uhlig arbeitet an Großolbersdorfer Ortsfamilienbuch

Großolbersdorf. 

Großolbersdorf. Sogar aus den USA und Brasilien haben sich schon Interessenten in Großolbersdorf gemeldet, um ihre familiären Wurzeln zu erforschen. Und dank Gisela Uhlig konnten sie tatsächlich wichtige Fakten über ihre früheren Generationen herausfinden. Ahnenforschung ist nämlich eine Lieblingsdisziplin der Großolbersdorfer Ortschronistin, deren Recherchen teilweise bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Dabei stieß die 66-Jährige auch auf einige prominente Namen. Über sich selbst fand sie heraus, dass der aus dem Bergbau bekannte Markus Röhling zu ihren Vorfahren gehört. Bei anderen Großolbersdorfern führen die Spuren zum Beispiel zu Adam Ries, der im 16. Jahrhundert als "Vater des modernen Rechnens" Bekanntheit erlangte.

Im Staatsarchiv gestöbert

Die Ergebnisse ihrer Arbeit will Gisela Uhlig in einem Ortsfamilienbuch präsentieren. "Ich hoffe, dass es bald klappt", sagt die Großolbersdorferin, die Unmengen an Informationen gesammelt hat. Neben den Namen fand sie in vielen Fällen auch Geburts- und Sterbedaten heraus - ebenso wie Angaben zum Beruf und zu Trauungen. Mit dem Recherchieren kennt sich die ehemalige Kontrolleurin, die jahrelang bei MZ gearbeitet hat, aus. Schließlich hängt sie an ihrer Heimat und engagiert sich seit 2001 bei den Ortschronisten. Inzwischen ist sie sogar die Vorsitzende dieser Sparte des Natur- und Heimatvereins.

Zuhause in der Kaiserlichen Post

Ihren Fokus richtete die Hobby-Forscherin zunächst auf die Gebäude im Ort. Bis ins Staatsarchiv nach Chemnitz und Dresden verschlug es die Erzgebirgerin, um Hinweise zu finden. Wichtige Informationen lieferte aber auch das örtliche Grund- und Hypothekenbuch, das 1843 erstellt wurde. Über die Zeit davor geben Kaufverträge und andere historische Dokumente Aufschluss. "Da findet man auch mal heraus, wer wie viele Äpfel von einem Baum bekommen durfte", sagt Gisela Uhlig, die selbst in einem besonderen Haus wohnt. Schließlich handelt es sich um die einstige Kaiserliche Post, die 1902/03 von ihrem Urgroßvater gebaut wurde. Darüber und über viele andere Häuser informiert die Ortschronistin schon seit Jahren im Amtsblatt. Für ihr ehrenamtliches Engagement, zu dem ganz nebenbei auch mal eine Ortsführung für amerikanische Besucher gehört, ist die Großolbersdorferin nun von ihrem Heimatort ausgezeichnet worden.