Einer, der mehr als nur seine Arbeit machte

Abschied Schulleiter Wolfgang Mai geht in den Ruhestand

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Emotionen pur bei Wolfgang Mai. Foto: Carsten Wagner

Grünhain-Beierfeld. Wenn ein Schulleiter in den Ruhestand geht und dieser Fakt von aktuellen und ehemaligen Schülern bedauert wird, dann hat dieser Schulleiter wohl einiges in seiner beruflichen Laufbahn richtig gemacht.

Eine Überraschung für den Schulleiter

Wolfgang Mai, der seit 1990 die Geschicke der Oberschule Beierfeld lenkt, ist ein solcher Pädagoge. Der Sport- und Deutschlehrer hat sich Ende Januar vom aktiven Schuldienst verabschiedet. Ihm zu Ehren wurde der sprichwörtliche rote Teppich ausgerollt. Während am Vormittag der offizielle Teil anstand, trafen sich am Nachmittag rund 60 ehemalige Schüler, um sich von ihrem Direx zu verabschieden. Claudia Paul, in deren Familie es sogar drei Generationen waren, die Mai betreute, hatte diese Überraschung eingerührt und sogar eine Facebookgruppe gegründet. Von der Oberschule zogen die 60 Leute ans Fritz-Körner-Haus. Mit tosendem Beifall begrüßten sie Wolfgang Mai und standen zum Abschied für ihn Spalier. Dabei mag der 64-Jährige den Rummel um seine Person nicht: "Ich habe nur meine Arbeit gemacht", sagt der Pädagoge, der seit 1974 junge Menschen unterrichtet. "Das war alles sehr emotional für mich", gibt er zu und möchte nun erst einmal etwas Abstand gewinnen. "Ich freue mich, dass ich das in meinem Alter noch gesund erleben kann", sagt er und ringt um Fassung. Zwischen Wehmut bleibt die Erkenntnis, dass solche konstanten Biografien immer seltener werden.