Eiskobolde lauern in Deutschneudorf

Naturschauspiel Frost lässt im Fortuna-Stolln bizarre Formen wachsen

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Der Bergführer Steffen Ulbricht mit Eiskobolden im Fortuna-Stolln in Deutschkatharinenberg. Foto: Jan Görner

Deutschkatharinenberg. Im Fortuna-Stolln zu Deutschkatharinenberg ist derzeit ein seltenes Naturschauspiel zu bestaunen. Der Frost lässt hier Eiskobolde wachsen, welche beliebte Fotomotive für die Besucher darstellen. Dabei formt die Natur teils bizarre Formen, die an Zwerge, Tieren, Flaschen, Zähnen oder ganze Familien erinnern. Die größten sind etwa 20 Zentimeter groß und befinden sich nahe dem Mundloch.

Frost lässt Eiskobolde entstehen

Für diejenigen, welche die beiden Formen gern verwechseln, hat der Bergführer des Besucherbergwerkes Steffen Ulbricht eine hilfreiche Eselsbrücke parat. "Stalagmiten steigen wie Mieten ständig an. Sie wachsen daher von unten nach oben", sagte er.

Wie entstehen diese bizarren Formen?

Die Entstehung der Eiskobolde ist einfach. Luftschächte regeln in Bergwerken die Belüftung. Das nennt der Bergmann "Wetter". Herrscht draußen über einen längeren Zeitraum strenger Frost, dann trägt ihn die Luftströmung auf die ersten Meter der Strecke. Von oben herabtropfendes Wasser gefriert. Es bilden sich Eiszapfen. Wie lange diese Eisformationen zu sehen sind, richtet sich nach den Temperaturen. Steffen Ulbricht rechnet angesichts der Prognosen noch mit mehreren Tagen.

Zwei Wanderungen zur Feier des Tages

Am 10. und 11. März jährt sich im Tal der Schweinitz der Beginn Schatzsuche zum 20. Mal. Das feiert die Fortuna Bernstein GmbH mit zwei Wanderungen die an beiden Tagen jeweils um 13 Uhr stattfinden und die Teilnehmer sowohl auf deutsche und tschechische Seite führen. Voranmeldungen sind erwünscht unter: 037368 12942. Derzeit pausiert die Suche im Bergwerk, wie Steffen Ulbricht sagte. Allerdings habe es über Tage einige Aktionen gegeben, über die er sich in Schweigen hüllt. "Eine Schatzsuche ist immer eine diskrete Angelegenheit", so der Fachmann. Das Besucherbergwerk ist bis Ende Februar mittwochs bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen stehen 10.30 Uhr, 12 Uhr, 13.30 Uhr und 15 Uhr auf dem Programm.