Er kennt die Schanzen der Welt

leidenschaft Hobbyhistoriker hat Daten von 1420 Skisprungschanzen archiviert

Hammerunterwiesenthal. 

Hammerunterwiesenthal. Wer kennt sie schon alle. Die Skisprungschanzen der Welt, und jene, die es einst gab. Der Hammerunterwiesenthaler Frank Häuer recherchiert Akribisch auf diesem Gebiet seit Jahrzehnten. Mit seinem Wissen hat der 68-Jährige mit dazu beigetragen, dass www.skisprungschanzen.com entstanden ist. Darin werden 2101 Schanzenanlagen in 45 Ländern ausführlich beschrieben. Auf dieser Seite bringen ihre Erkenntnisse ein Pole, ein Tscheche, ein Norweger und eben Frank Häuer aus dem Erzgebirge ein. Fast täglich wird die Seite mit den neuesten Informationen gespickt. Es ist damit die weltweit umfangreichste Zusammenstellung aller Skisprungschanzen.

 

Vergessene Schanzen neu entdeckt

Seit 2003 arbeitet der 68-Jährige ehrenamtlich für die Skisprungschanzenseite im Internet. "Ich habe Bilder und Texte geliefert. Wir haben dazu viel recherchiert in Büchern und Archiven", so der Hobbyhistoriker. Bei seinen Recherchen stößt er auch immer wieder auf Schanzen, von denen kaum noch jemand Kenntnis hat, weil sie längst aus dem Landschaftsbild verschwunden sind. Der Hammerunterwiesenthaler fährt für seine Fotodokumentationen auch über Deutschlands Grenzen hinaus.

In seinem Bestand hat er bislang 1420 Schanzen erfasst. "In Deutschland gibt oder gab es 478 Schanzenorte mit einer oder mehreren Schanzen. Derzeit gibt es in Europa 5 Flugschanzen. Es gibt noch eine sechste Flugschanze, und zwar in Ironwood im US-Bundesstaat Michigan, die jedoch seit 1992 nicht mehr genutzt wird. Falls sie irgendwann wieder in Betrieb genommen werden sollte, was tatsächlich geplant ist, werde ich zur Wiedereinweihung natürlich vor Ort sein", so Frank Häuer, der in seiner Jugend auf den Schanzen in Geyer selbst abhob.