Erinnerungen an Gelenauer Urgestein

Hans Fischer Erfolgreicher MZ-Werksfahrer wäre 80 Jahre alt geworden

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MZ-Werksfahrer Hans Fischer, war im Geländesport sowie im Straßenrennsport erfolgreich. Foto: Archiv Thomas Fritzsch

In Insiderkreisen war er bekannt für einen unbändigen Siegeswillen, daneben für ein bemerkenswertes technisches Verständnis. Unter anderen Umständen, wäre er womöglich Motorrad-Weltmeister geworden: der Gelenauer MZ-Werksfahrer Hans Fischer. Von Freunden und Bekannten wurde er Fischer Hansel genannt, der sich gegenüber anderen Menschen auch zuweilen verschlossen zeigte und nur wenige wirklich an sich herankommen ließ. Der sportliche Tausendsassa, der in Rennfahrer-Kreisen ein hohes Ansehen genoss, wäre am 12. Dezember 80 Jahre alt geworden. Nach langer Krankheit verstarb er einsam in der vorletzten Septemberwoche des Jahres 2008, im Alter von 71 Jahren in seinem Heimatort Gelenau. Sportlich erkämpfte sich der Werkzeugmacherlehrling im IFA Lehrkombinat Zschopau bereits als 18-Jähriger auf einer MZ RT 125 im Motorrad-Geländesport die Bezirksmeisterschaft. Den Zenit seiner Geländesport-Laufbahn erreichte Hans Fischer im selben Jahrzehnt als Einzelstarter im Jahr 1957 mit der ersten Goldmedaille für das damalige Zschopauer MZ-Motorradwerk bei der Sechstagefahrt im tschechoslowakischen Spindlermühle und dem nationalen Titel in der 250ccm-Klasse. Ein Jahr vorher war Hans Fischer bereits DDR-Meister (125ccm-Klasse) geworden. Als die DDR bei der 33. Sechstagefahrt 1958 im westdeutschen Garmisch-Partenkirchen erstmals eine Trophy-Mannschaft entsandte, waren es die MZ-Geländefahrer Hans Fischer, Werner Stiegler, Fred Willamowski und Hellmuth Hermann sowie Helmuth Amthor und Lothar Bock auf Simson, die auf Anhieb auf den vierten Platz fuhren. Bis Hans Fischer 1959 in den Straßen-Rennsport wechselte, erkämpfte er für die Geländesportabteilung des MZ-Werkes im In- wie Ausland zahlreiche Goldmedaillen und Klassensiege. Die Sternstunde seines Erfolgs feierte er im Jahr 1962 auf dem Sachsenring beim WM-Lauf Dritter hinter den mehrfachen Weltmeistern Luigi Taveri wurde.