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Erzgebirger bei Aktion in Dresden dabei

Protest Unternehmer suchen Antworten und Perspektiven

Aue. 

Wie geht es weiter? Wann können wir wieder arbeiten und welche wirtschaftlichen Perspektiven haben wir? Um diese Fragen geht es am Montagvormittag in Dresden. Unternehmer und Mitarbeiter von pandemiebedingt geschlossenen Unternehmen treffen sich dort branchenübergreifend auf dem Neumarkt zu einem "1.000 Personen-Polit-Talk". Initiiert worden ist diese Veranstaltung, zu der auch der Sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) erwartet wird, von der deutschlandweit bekannten Bewegung "Aktion Leere Stühle". In der Landeshauptstadt dabei sind auch Unternehmer aus dem Erzgebirge, die sich Montagmorgen von Aue aus auf den Weg gemacht haben.

Bund-Länder Beratung sollen aufmerksam werden

Darunter Rene Lang, Geschäftsführer von Lang Reisen. Er sagt: "Es geht uns um eine Perspektive. Uns ist klar, dass wir nicht die ersten sein werden, die öffnen können. Aber je später alle anderen öffnen, umso weiter zieht es sich für uns nach hinten raus. Wenn man bedenkt, dass wir ein Saisongeschäft sind und bis Ende Oktober den Umsatz für 2021 gemacht haben müssen, ist das schwierig. Und je kürzer der Zeitraum im Endeffekt ausfällt, der uns bleibt, um den Umsatz zu generieren, umso geringer ist die Chance, die nächste saisonschwache Zeit von November 2021 bis Februar 2022 zu überstehen." Man wolle mit dem Ergebnis nach Hause kommen, dass man wahrgenommen worden ist. "Bei den Bund-Länder-Beratungen, die diese Woche anstehen, soll man verstehen, dass hier nicht nur das Dach brennt, sondern mittlerweile schon der 1. und 2. Stock", sagt Lang.

Aufgeben kommt nicht in Frage

Ina Riedel, Inhaberin des Modelabels "Kleiderwahnsinn" aus Zwönitz sagt: "Wir wollen Fragen stellen nach Perspektiven. Wann und wie es weiter gehen kann und wie die Zukunft aussieht. Wir wollen aufmerksam machen und wollen auch Antworten. Wir möchten für das Leben mit Corona eine Möglichkeit bekommen." Es ist jetzt schon ein Jahr, dass für uns nichts mehr normal läuft, so Riedel: "Wir haben Saison von November bis April und den Rest des Jahres müssen wir davon überleben und das ist uns genommen worden. Das ist für jedes Geschäft wie Roulette. Das Ganze geht echt an die Substanz. Mittlerweile werden von vielen die Altersvorsorgen angegriffen." Aufgeben, das kommt für Ina Riedel aber nicht in Frage: "Wir kämpfen, bis uns jemand anderes sagt, es ist vorbei."

Polit-Talk nicht zufriedenstellend 

Vom "1.000 Personen-Polit-Talk" heute in Dresden haben sich einige der Teilnehmer etwas mehr erwartet. Ines Weigel, Erzgebirgssafari Eibenstock sagt: "Es sind keine klaren Worte gefunden worden und wir wissen immer noch nicht, wann es wieder los gehen kann. Wir wissen nicht, wovon eine Öffnung abhängig ist." Es gab leider nichts Konkretes und nichts Neues, sagt Steffen Großer, Inhaber der Alten Schleiferei in Erlabrunn: "Es war einfach nicht zufriedenstellend, was an Aussagen kam. Auf die Frage, was der Lebensmittel-Einzelhandel besser macht, als die Gastronomen, darauf hatte  Wirtschaftsminister Martin Dulig keine Antwort." Steffen Großer fragt sich: "Warum werden wir bestraft? Wir hatten gute Hygienekonzepte und haben in Schutzmaßnahmen investiert." Zu hören war von Martin Dulig immer wieder in Dresden, das Virus werde von Mensch zu Mensch übertragen und man wolle Kontakte beschränken. In Dresden gehörte Steffen Großer zu denen, die in aller Öffentlichkeit nicht verkaufte Ware weggeworfen haben - in seinem Fall war es selbst gebrautes Bier, was ausgeschüttet worden ist. Ina Riedel, Inhaberin des Modelabels "Kleiderwahnsinn" aus Zwönitz ist enttäuscht: "Auf konkrete Fragen gab es nicht einmal ansatzweise Antworten in diese Richtung. Es ist sehr ernüchternd für jeden einzelnen Unternehmer. Es gibt seitens der Regierung einen Fahrplan und scheinbar kein Interesse nach links oder rechts zu schauen." Es sei ein schönes Gefühl, dass viele gemeinschaftlich versuchen etwas zu bewegen, sagt Riedel, doch man fahre gegen die Wand.   



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