Es geht ums Überleben der Veranstaltungs- und Eventbranche - auch im Erzgebirge

Demonstration Zwei Annaberger kämpfen in Berlin

Berlin/Annaberg-B. 

Berlin/Annaberg-B. Unter dem Motto "OnFire - Wir brennen ab. 7 Monate ohne Einkommen. Schafft keiner. Veranstaltungswirtschaft retten!" fand am Mittwoch eine Großdemo der Veranstaltungs- und Eventbranche in Berlin statt. Neben vielen Prominenten und Stars waren mit Till Schwabe und dem Livemusiker Georg Seidl, alias George Martin, auch zwei Annaberg-Buchholzer dabei, um zu unterstreichen in welcher Lage sie sich befinden. "Unser Club 'Tanzbar Schwarz Weiss' ist seit März bis auf weiteres wegen des gesetzlichen Tanzverbotes geschlossen. Wir haben eine Kapazität von eigentlich 100 Personen und können deshalb auch die Auflagen des Abstandsgebot bei reinem Barbetrieb nicht erfüllen", sagt Till Schwabe und betont weiter: "Wenn wir den Club aufrechterhalten wollen, muss der Staat unsere nachweislichen Fixkosten wie Miete, Nebenkosten und Verdienstausfall übernehmen. Das fordern wir, sonst wird es 2021 keine kleinen Clubs mehr geben. Und das ist im schon dünnbesiedelten Erzgebirge, welches mittlerweile zum Weltkulturerbe gehört, unvorstellbar, denn auch in kleinen Clubs spielen Künstler und deren Nachwuchs, um später auf die große Bühne zu gelangen. Ebenso ist das kulturelle Angebot einer Stadt auch ein Ventil für die Menschen und wenn es dieses nicht mehr gibt wird die Kriminalität, auch bei uns noch mehr zunehmen. Die Clubkultur muss Überbrückungshilfen - keine Kredite - erhalten. Sonst ist sie tot!"

 

Emotionaler Erfolg aber wirtschaftlicher Nonsens

Doch Till Schwabe tut noch weitaus mehr. Zahlreiche regionale Open-Airs gehen auf seine Kosten. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. "Auch in diesem 'Corona Sommer' haben wir einige Veranstaltungen unter den sehr aufwendigen Auflagen, welche zum Schutze der Gäste notwendig waren, organisiert und durchgeführt. Aus dieser Erfahrung heraus kann ich sagen, es war für die Besucher und uns ein emotionaler Erfolg aber wirtschaftlicher Nonsens. Das kann man nicht so weiter betreiben. Selbst wenn es noch mutige Veranstalter gibt, brauchen auch wir Künstler, vom Feuerschlucker bis zur Rockband, aber auch Techniker und Caterer die unsere Programme füllen. Nicht auszudenken, wenn sich all diese beruflich auf sichere Jobs umorientieren", so Till Schwabe.