Es wird kein Frauenschutzhaus im Erzgebirge geben

Soziales Kreis setzt auch in Zukunft auf dezentrale Hilfsangebote

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Region. Das Thema Frauenschutzhaus ist vom Tisch. Der Erzgebirgskreis setzt auch in Zukunft auf dezentrale Hilfsangebote. Der Kreis- und Finanzausschuss des Kreistages des Erzgebirgskreises hat sich in seiner Sitzung am Montag unter anderem mit einer Petition des Landesfrauenrates Sachsen e. V. beschäftigt. Die Petition enthielt insgesamt 1.648 Unterschriften, von denen 570 von Einwohnern des Erzgebirgskreises stammten.

Sie forderte die Errichtung einer zentralen Frauenschutzeinrichtung, finanziell durch den Erzgebirgskreis unterstützt. Die Entscheidung fiel nahezu einstimmig gegen eine zentrale Einrichtung - stattdessen wird der Erzgebirgskreis auch weiterhin vor allem auf dezentrale Schutzwohnungen setzen. Laut Landratsamt hätten sich die aktuellen und vorwiegend auf Dezentralität setzenden Regelungen des Erzgebirgskreises als tragfähig erwiesen.

Der zuständige Leiter der Abteilung Soziales und Ordnung, Frank Reißmann, hatte die Regelungen erläutert. Demnach wird die Thematik der Erforderlichkeit - eine zentrale Frauenschutzeinrichtung im Erzgebirgskreis vorzuhalten - seit 2016 sowohl intern als auch mit externen Partnern, aber auch bereits seit 2011 im Arbeitskreis "Häusliche Gewalt und Stalking im Erzgebirgskreis" erörtert.

Bisher bestünde kein Bedarf im Erzgebirgskreis

Dazu informiert Stefan Pechfelder vom Büro des Landrates: "In den Erörterungen des Arbeitskreises sind die Fälle sowohl aus dem Lagebild des Landeskriminalamtes Sachsen hinsichtlich Straftaten häuslicher Gewalt im Erzgebirgskreis als auch über Aufnahmen und Beratungen von Frauen und Kindern des Erzgebirgskreises in Einrichtungen außerhalb des Landkreises benannt und behandelt worden.

Ein Bedarf an der Schaffung einer diesbezüglichen Einrichtungen konnte explizit daraus nicht bestätigt werden, da bislang dem Erzgebirgskreis offiziell nicht zur Anzeige gebracht wurde, dass einer Frau sowie deren Kindern keine sichere Unterkunft in Notsituationen gewährt werden konnte." Heißt im Klartext: Wer Hilfe sucht, der bekommt auch eine sichere Unterkunft. Zudem befinde sich die Nutzung einer geeigneten Wohnung als Kriseninterventionswohnung für Notsituationen für Frauen, die keine andere Unterbringungsmöglichkeit finden, in Prüfung. Für Beratungen schutzsuchender Frauen stehen die Angebote mit den Kontaktdaten im Elternkompass des Referates Jugendhilfe.