Fahrradhandel: Geschäft nimmt rasant Fahrt auf

News Nach Corona-Zwangspause herrscht in Läden Hochbetrieb

Marienberg. 

Marienberg. Eigentlich wollte Stefan Weinhold dieser Tage ein großes Frühlingsfest ausrichten. Die Tatsache, dass der Marienberger Fahrradhändler sein Geschäft vor genau 30 Jahren eröffnete, hätte der Veranstaltung einen ganz besonderen Reiz verliehen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist derzeit allerdings kein Fest möglich, was Stefan Weinhold aber nicht allzu traurig macht. Denn einerseits will er die Feierlichkeiten später nachholen. Und andererseits ist dem 62-Jährigen trotzdem irgendwie etwas nach Feiern zumute - genau wie allen anderen Fahrradhändlern im Erzgebirge. Grund: Nachdem sie ihre Läden wieder öffnen durften, ist die Nachfrage unter den Kunden gigantisch.

"Unser Laden wurde förmlich gestürmt. Das habe ich auch von vielen anderen Händlern gehört", sagt beispielsweise Chris Freitag, der in Stollberg Zweiräder - der Großteil davon E-Bikes - verkauft. Wie der Stollberger verbringt auch Stefan Weinhold die meisten Arbeitstage von ganz früh bis spät abends im Geschäft. "13 bis 14 Stunden sind keine Seltenheit", sagt der Marienberger angesichts des nicht abreißenden Kundenstroms. Ein krasser Gegensatz zu den vier Wochen, als die Läden wegen der Corona-Krise geschlossen bleiben mussten und nur die Fahrradwerkstätten genutzt werden konnten. Selbst als sich die Wiedereröffnung anbahnte, war Weinhold noch etwas mulmig zumute: "Es hätte ja auch sein können, dass die Leute sich weiterhin nicht raus trauen." Das Gegenteil war jedoch der Fall.

Wenn das Fahrrad mehr Bedeutung bekommt

Der aktuelle Betrieb in den Fahrradläden liegt in den meisten Fällen weit über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. "Wir sind dabei, unser Defizit aus den vier Wochen zuvor aufzuholen", sagt Weinhold. Viele Menschen würden dem Fahrrad nun noch mehr Bedeutung beimessen, zumal das Wetter bestens mitspielt. Durch die Ausgangsbeschränkungen und das Reiseverbot sind Familien-Ausflüge im Sattel für manche die einzige Alternative und somit extrem beliebt. Vor allem E-Bikes sind sehr gefragt. Das hat sicherlich mit den vielen Anstiegen im Erzgebirge zu tun, die mit kleinem Elektromotor problemlos zu meistern sind. "Aber auch in flachen Regionen ist das E-Bike stark im Kommen", sagt Weinhold. Wie viele Kollegen ist er froh, im vergangenen Jahr viele Exemplare bestellt zu haben. Nur so kann er der großen Nachfrage gerecht werden. In einigen Wochen könnten die Lager allerdings leer sein, da durch die Corona-Krise Produktion und Transport arg eingeschränkt wurden.

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