Fotograf trotz Schicksalsschlag

Portrait Kirchberger nutzt eine spezielle Technik zum Fotografieren

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Rick Seifert aus Kirchberg hat sich trotz körperlichem Handicap das Fotografieren selbst beigebracht.Foto: ERZ-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Kirchberg. Rick Seifert hat aufgrund eines Arztfehlers seit seiner Geburt eine spastische Lähmung im rechten Arm. Der Arzt hatte sich für einen Kaiserschnitt entschieden, da er als Säugling zu groß für eine natürliche Geburt war. "Um mein Ersticken zu verhindern, wurde ein Noteingriff durchgeführt, bei dem mir ein Nerv aus dem Rückenmark gerissen wurde. Deshalb habe ich in dem Arm kaum ein Gefühl", erklärt der 28-Jährige. Aber Rick Seifert hatte schon immer einen Traum, er wollte das Fotografieren erlernen, trotz seines Handicaps.

Anfänge und erste Erfolge in Australien

Mit 22 Jahren reiste und arbeitete er ein Jahr lang in Australien. Da seine Digitalkamera schon nach wenigen Monaten kaputt ging, kaufte er sich eine Systemkamera und machte sich zunehmend mit der Bedienung vertraut. Außerdem besuchte er einen Fotokurs. Mit einem Foto von der Oper in Sydney zum jährlichen Festival Vivid gewann er sogar den ersten Preis bei einem Fotowettbewerb und erhielt 100 Dollar Siegprämie.

Zurück in Deutschland fragte ihn der Präsident seines Fußballvereins SV 1861 Kirchberg, ob er Fotos für den Verein machen könne. Kurze Zeit später folgten erste Aufträge einer Eventagentur. "Ich habe mir daraufhin meine erste Spiegelreflexkamera zugelegt, um bessere Ergebnisse zu erzielen", erzählt der Kirchberger. Um diese bedienen zu können, hat er sich eine spezielle Grifftechnik angeeignet.

Er hält die Kamera am Objektiv mit der linken Handfläche, den Daumen und Zeigefinger nimmt er zum Zoomen am Objektiv, mit dem Zeigefinger oder Mittelfinger löst er schließlich aus. Den Ringfinger, den kleinen Finger und die rechte Hand benutzt er zum Halten der Kamera. "Die einzige Schwierigkeit ist teilweise das Gewicht, wenn ich mehrere Stunden am Stück fotografiere", sagt Rick Seifert und ergänzt: "Für mich gibt es kein schöneres Hobby. Ich kann dadurch meine Kreativität ausleben, meine eigene Sicht darstellen und lerne neue Leute kennen".