Gastwirt des Kaiserhofes Neudorf kämpft derzeit ums Überleben seines Betriebs

Corona Mit Haustürliefergeschäft hält sich Ronny Lauterbach über Wasser

Neudorf. 

Neudorf. Ob Gaststätten, Friseurläden oder Wochenmarkthändler: All die Selbständigen sind unverschuldet in eine ihre Existenz bedrohende Situation geraten. Das Coronavirus hat auch Sachsens Hotel- und Gaststättengewerbe nahezu gänzlich zum Erliegen gebracht. Ein erfolgreicher Gaststättenbetreiber, der nicht aufgibt, ist Ronny Lauterbach. Der 33-jährige Scheibenberger hatte dem Kaiserhof in der Sehmataler Gemeinde Neudorf vor knapp drei Jahren neues Leben eingehaucht. Zuvor musste im Frühjahr 2014 der vorherige Pächter den Betrieb wegen Unrentabilität dicht machen. Ende April 2017 übernahmen die Eheleute Tina und Ronny Lauterbach den Betrieb. Und seitdem die geschäftige Familie die Gaststätte quasi aus dem Dornröschenschlaf wachküsste, läuft der Laden. Im Gastraum finden 50 Personen Platz. An den Wochenenden ist auch der dazugehörige Festsaal mit Platz für rund 350 Personen gut frequentiert.

Doch in voller Fahrt - der Selbständige war bezüglich der Ausrichtung von Feiern bis zum Ende des Jahres bereits ausgebucht - wurde der Gaststättenbetreiber von der Krise abrupt ausgebremst. Von seinen 8 Mitarbeitern musste er bereits 7 mit Kurzarbeitergeld nach Hause schicken, eine Teilzeitkraft liefert weiterhin Essen aus. Gleichzeitig hängt die gesamte Existenz seiner Familie am Betrieb. Neben seiner Ehefrau ist auch sein Vater im Betrieb angestellt. Und während sich an normalen Tagen die Einnahmen des Selbständigen im niedrigen vierstelligen Bereich bewegen und an guten Tagen rund 400 Essen produziert werden, sind es aktuell gerade mal 5 bis 10 Essen für das verbliebene Haustür-Liefergeschäft.

Gleichzeitig laufen weiter Betriebskosten auf, muss die Miete an die Gemeinde Sehmatal als Eigentümerin beglichen werden. Die Maßnahmen des Staats in der Krise trafen auch Ronny Lauterbach vollkommen unvorbereitet, so hat der Gaststättenbetreiber derzeit noch einen Tiefkühl-Lebensmittelbestand im Wert von rund 5000 Euro, nachdem der Absatz durch die Gaststätten-Schließung abrupt abbrach. "Ohne staatliche Unterstützung halten wir höchstens noch bis Ende Mai durch. Danach müssten wir in Insolvenz gehen. Meine Frau Tina und ich halten zwar den Notbetrieb aufrecht, doch lange können wir diesen Zustand finanziell nicht durchhalten. Dann müsste ich die 8 Mitarbeiter entlassen und Insolvenz anmelden - trotz voller Auftragsbücher. Das wäre die Konsequenz, die ich ziehen müsste, wenn nicht schnell von staatlicher Seite reagiert wird. Die Soforthilfen, müssten sofort ausgezahlt werden. Und dann geht es aus meiner Sicht auch um eine sofortige Aussetzung bei der Umsatzsteuervorauszahlung. Ansonsten könnte womöglich der Gastronomie flächendeckend in naher Zukunft die Luft ausgehen. Dann werden womöglich viele Arbeitsplätze nach der Krise nicht mehr vorhanden sein", so der Gastwirt. Und nach der Krise hält er folgendes für wichtig: "Es müsste die Mehrwertsteuer auf 7 Prozent gesenkt werden, um die Kredite, die wir nehmen müssen, auch zurückzahlen zu können. Die gesamte Wirtschaft wird ohne einen effektiven Rettungsschirm des Staates massiv einbrechen. Denn klar ist, dass wir den Betrieb nicht um jeden Preis aufrechterhalten können", so der Selbständige. Doch bei aller Tragödie erhalten sich die Lauterbachs, die schon einmal ihr Geschäft auf die Erfolgsspur gebracht haben, ihre positive Lebenseinstellung. "Trotz allem gehen wir davon aus, dass wir gemeinsam die Situation meistern können", steht das Statement Ronny Lauterbachs.