In Mini-Weißbach wird wieder getanzt

Kultur Miniaturwelt in Amtsberg wurde neu hergerichtet

Weißbach. 

Weißbach. Drei Wochen später als sonst üblich ist "Mini-Weißbach" aufgebaut worden. "Eigentlich passiert das immer Ende April. Wegen der Corona-Krise gab es diesmal aber eine Verzögerung", sagt Ortsvorsteher Günter Müller. Er ist nicht nur für den Amtsberger Ortsteil zuständig, sondern zusammen mit Hartmut Lehmann auch für dessen Miniaturwelt, in der inzwischen 25 teils schon abgerissene historische Objekte nachgebaut wurden. Im Maßstab 1:10 vermitteln sie einen Eindruck davon, wie die jeweiligen Gebäude zur ihrer Prunkzeit einst ausgesehen haben. Traditionen des Ortes bleiben auf diese Weise erhalten. Außerdem stellt die Sehenswürdigkeit im Ortszentrum stets auch einen Anziehungspunkt für Besucher dar.

Tanzbar bereichert den Alltag

Und die Gäste können sich jedes Jahr über Neuheiten freuen. Nicht nur, weil zur Kirmes stets ein neues Gebäude eingeweiht wird, sondern weil die Erschaffer auch sonst für einige Überraschungen sorgen. Auch die diesjährige Winterpause wurde kreativ genutzt. Dabei lag der Fokus auf Böhm's Ballhaus. Weil der Zahn der Zeit daran genagt hatte, musste es komplett erneuert werden. Und Jürgen Albert, der in Mini-Weißbach für die Elektrik zuständig ist, packte diese Gelegenheit beim Schopf. "Dort wurde bis in die 1920er-Jahre viel getanzt, weil es eine Tanzschule gab", sagt er über das Gebäude, in dem später auch eine Strumpfwirkerei untergebracht war. An die Tradition von einst eine kleine Tanzbar, die sich auf Knopfdruck dreht. Dabei ertönt außerdem das Lied "Rosamunde".

Über 1000 Euro gespendet

Für derartige Basteleien blieb den Helfern diesmal etwas mehr Zeit. Nach dem Abbau der Miniaturwelt am 6. Januar wurden die Materialien, die stets in der alten Schule gelagert werden, zunächst getrocknet. Dann folgten die Säuberung sowie Reparaturarbeiten. "Es mussten zum Beispiel zwei Dächer erneuert werden", berichtet Müller, der mit seinen Mitstreitern von den Corona-Beschränkungen vorübergehend ausgebremst wurde. Inzwischen ist aber alles wieder hergerichtet - auch dank der riesigen Unterstützung, die das Projekt erhält. Neben Sponsoren wie Matthias Oertel spielen dabei Spenden der Besucher eine wichtige Rolle. "Vergangenes Jahr sind dabei etwa 1000 Euro zusammengekommen", sagt Müller, der auch in diesem Jahr wieder auf viele Gäste hofft.