Junge Ungarn erleben Alltag im Erzgebirge

Schüleraustausch Zschopau begrüßt kleine Delegation aus Nähe von Budapest

Zschopau. 

Zschopau. Wie Weihnachten im Erzgebirge gefeiert wird und wie der Lebensalltag in dieser Region aussieht, haben acht Schüler aus dem ungarischen Budakeszi in Zschopau erfahren. Ende vergangenen Jahres verbrachte die kleine Reisegruppe drei Tage in der Motorradstadt. Organisiert hatte den Ausflug Lehrerin Jutta Vincze, die zwar in Ungarn lebt und arbeitet, aber aus Sachsen stammt.

"Mein Mann ist Ungar. Wir haben zusammen in Magdeburg studiert", erzählt die gebürtige Leipzigerin, die vor 36 Jahren mit in die Nähe von Budapest zog. In Budakeszi, elf Kilometer von der Hauptstadt entfernt, will sie Interesse an der deutschen Sprache wecken. Einfach ist das nicht. "Englisch läuft Deutsch immer mehr den Rang ab. Es ist schwer, das zu ändern. Aber über persönliche Kontakte lässt sich viel erreichen", erklärt die Lehrerin.

Abstecher nach Dresden

Statt "trockenen" Unterricht zu geben, will sie mithilfe von Reisen die Sprache lebendig werden lassen. Schon vor Jahren organisierte sie daher Reisen in die Partnerschaft Neckarsulm. Dort traf sie 2002 auf Vertreter aus Zschopau, das ebenfalls eine Partnerstadt von Neckarsulm ist. Inzwischen ist der Kontakt intensiver geworden.

"Es entstand eine Freundschaft", sagt Jutta Vincze, die im vergangenen Frühjahr neun Zschopauer Schüler in Budakeszi begrüßen konnte. Nun folgte im Winter der Gegenbesuch. Dabei besuchten die jungen Ungarn das Gymnasium und lernten bei einem Stadtrundgang viel über Zschopau. Auch ein Abstecher nach Dresden stand auf dem Programm.

Doch fast noch wichtiger waren für Jutta Vincze die kleinen Dinge des Lebens. "Zum Beispiel waren viele Schüler bei unserer Busfahrt erstaunt, als der Fahrer an den Rand fuhr, um den entgegenkommenden Lkw vorbeizulassen. Das hatten sie zuhause noch nie erlebt."