Lehrer will Tradition im Schnee bewahren

Ski-Unterricht Lengefelder Schüler verbringen derzeit viele Stunden in der Loipe

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Jörg Döhnert (re.) unterrichtet die sechsten Klassen im so genannten Schwedengitter. Foto: Jan Görner

Lengefeld. Gesundheit und Tradition spielen im Unterricht an der Lengefelder Oberschule eine wichtige Rolle - vor allem im Sportunterricht. "Ein Erzgebirger muss sich auf Brettern im Schnee bewegen können. Das ist ein Prinzip", erklärt Sportlehrer Jörg Döhnert, warum er bis zum Ende der zehnten Klassenstufe jedem Schüler eine umfassende Ski-Ausbildung bieten will. Während sich die Abfahrt im jährlichen Skilager in den Alpen gut üben lässt, stellte der Skilanglauf in den vergangenen Jahren meist ein Problem dar. Wegen Schneemangels konnte nur selten geübt werden. Umso mehr freut sich Döhnert über die aktuelle Schneesituation. "Jede Sportstunde gehen wir mit den Schülern hinaus und üben den Langlauf. Jede Minute ist kostbar", betont der Lehrer, der andere Sportarten derzeit weit in den Hintergrund rückt.

Um den Schülern gute Bedingungen bieten zu können, hat die Schule mit Unterstützung der Stadt in den vergangenen Jahren viel Geld investiert und sich rund 90 Paar Ski zugelegt. Auf denen wird nun zunächst im Schulbereich geübt. Döhnert und sein Kollege Carsten Baude bereiten dort jeden Tag ein sogenanntes Schwedengitter vor, in dem kurze Loipen gespurt sind. "Wir machen es vor, und die Schüler laufen die rund 40 Meter langen Bahnen hin und her", erläutert der Sportlehrer die Anfänge. Sind die nötigen Grundlagen vorhanden, geht es mit den Kindern und Jugendlichen auch mal hinaus ins Gelände. So mancher sei vorher skeptisch. "Aber am Ende gefällt es den meisten", sagt Döhnert, der mit diesem Projekt einen Gegenpol zur modernen Medienwelt schaffen will. Es gelte, die Jugend auch mal weg von Computern und Handys zu locken. Deswegen folgt im Februar kurz vor den Winterferien auch noch ein großes Ski-Sportfest.