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Loipen im mittleren Erzgebirge werden gespurt

Wintersport Im Gegensatz zum Alpin-Sport ist Langlauf erlaubt

Marienberg/Seiffen. 

In den vergangenen Jahren haben sich die Wintersportler im mittleren Erzgebirge meist vergeblich den Schnee herbeigesehnt. Nun ist die Landschaft in der Region um Marienberg in eine weiße Decke gehüllt, doch sie lässt sich derzeit nur in begrenztem Maß für den Wintersport nutzen. Besonders hart trifft es die Alpine-Fans, denn Abfahrten sind an erzgebirgischen Hängen auf absehbare Zeit nicht möglich. Grund dafür ist die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung, die den Betrieb von "Skiaufstiegsanlagen" für den Freizeitsport untersagt. Die Lifte am Marienberger Galgenberg, im Ortsteil Pobershau sowie am Hirtstein im Ortsteil Satzung stehen also still. Besser haben es die Fans der Loipen.

Auf Entfernung zum Wohnort achten

Da Skilanglauf als Individualsport eingestuft wird, ist diese Sparte des Wintersports erlaubt. Die Loipenstrecken in den Marienberger Ortsteilen Gelobtland, Pobershau, Rübenau, Kühnhaide und Satzung sollen nach Angaben der Stadt präpariert werden, sobald ausreichend Schnee liegt. "Um den Skiläufern die notwendige Sicherheit in der Benutzung von Loipen zu gewähren und um damit auch Unfälle zu vermeiden, werden die Loipen gespurt", erklärt dazu Pressesprecherin Katja Rosenbaum. Im gleichen Atemzug weist sie allerdings darauf hin, dass entsprechend der aktuellen Corona-Schutzverordnung ein Bewegen außerhalb des Wohnbereiches nur in einem Radius von 15 Kilometern erlaubt ist: "Dies betrifft auch das individuelle Skilaufen." Für die Einhaltung der Hygieneregeln und der Abstände sei - wie im täglichen Umgang - jeder selbst verantwortlich.

Seiffener Loipe bereits nutzbar

Ob Wintersportler ihrem Hobby nachgehen können, hängt also auch vom Wohnort ab. Dies ist auch Frank Preußler bewusst. Während die Schneedecke nahe Marienberg am vergangenen Wochenende noch nicht dick genug war, konnte der Inhaber der Seiffener Sportwelt Preußler die Zwei-Kilometer-Runde auf seinem Gelände bereits in Schuss bringen und sogar den Anschluss zum Loipennetz in Richtung Tschechien herstellen. Trotz guter Bedingungen hält sich die Nachfrage allerdings in Grenzen. "Wir sind sehr eingegrenzt", so Preußler. Nicht nur, dass es keine Urlauber gibt. Auch Freizeitsportler, die weiter als 15 Kilometer weg wohnen, bleiben aus. Obwohl auf Regeln geachtet wird, bedauert es der Seiffener, dass nur ein kleiner Kreis an Einheimischen das Angebot nutzen kann. Trotzdem hält Frank Preußler an seinem Anliegen fest: "Wir wollen den Leuten etwas bieten, damit sie sich fit und gesund halten sowie ihr Immunsystem stärken können."

Hoffnung in Gelobtland

Das gleiche Ziel hat auch Uwe Albrecht. Er ist der Ski-Abteilungsleiter beim ATSV Gebirge/Gelobtland, der nahe des Vereinsheims ein beliebtes Loipennetz betreut. "Die Technik steht bereit", sagt Albrecht. Er meint damit das Loipenspurgerät, das Streckenwart Frank Schröder bei ausreichender Schneedecke über die Felder und durch den Wald steuern wird. "Die Wetterprognosen lassen hoffen", gibt sich der ATSV-Abteilungsleiter angesichts der angekündigten Minusgrade und Niederschläge optimistisch. Trotzdem hält sich die Vorfreude in Grenzen. Schließlich liegt Uwe Albrecht auch das Training der aktiven Nachwuchssportler sehr am Herzen. "Aber der Vereinssport liegt derzeit brach", sagt er. Koordiniertes Training in Gruppen, das gerade für Kinder wichtig wäre, ist weiterhin nicht möglich. Immerhin können bald individuelle Einheiten absolvierten werden, sofern Petrus mitspielt.