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Modellbauer holt sich die Sehenswürdigkeiten in seinen eigenen Garten

Modellbau Anregungen sammelt Hans-Peter Reuther auf Reisen

Neukirchen. 

Neukirchen. Wer den Garten von Hans-Peter Reuther in Neukirchen betritt, begibt sich zugleich auf eine Deutschlandreise der ganz besonderen Art. Der 78-Jährige hat auf seinem Grundstück zehn Modelle von Sehenswürdigkeiten im Maßstab 1:25 nachgebaut. "Die Ideen für die Gebäude sammle ich immer bei Ausflügen und im Urlaub."

Hans-Peter Reuther bastelt schon seit seiner Kindheit gerne. Bei einem Urlaub im Elbsandsteingebirge wurde er damals auf einen Garten aufmerksam, in dem Modelle von Häusern standen. Da der Rentner unter den Fichten in seinem Garten nichts anpflanzen konnte, kam so eins zum anderen. Seine erste Konstruktion war 1999 die Seiffener Kirche. In den folgenden Jahren baute er jedes Jahr ein bis zwei weitere Modelle, darunter das Schloss Neuschwanstein, die Schwarzwälder Wassermühle, das Zwönitzer Rathaus, die Stabskirche Hahnenklee, der Leuchtturm bei St. Peter-Ording, das historische Rathaus von Michelstadt, ein Wohnhaus in Garmisch-Patenkirchen, die Windmühle von Potsdam und die Burgruine Frauenstein.

Zeitaufwendig von Herstellung bis zur Restaurierung

Für jedes Modell muss Hans-Peter Reuther zunächst ein Fundament herstellen. "Die Modelle, deren Grundgerüst aus Holz und deren Fassade aus Putz und Styropor oder Styrodur bestehen, baue ich anschließend in meiner Werkstatt. Je nach Größe des Modells benötige ich zwischen 50 und 100 Arbeitsstunden. Das Zeitaufwendigste ist die Herstellung der Dachschindeln, da diese sehr kleinteilig sind", sagt der ehemalige Maurer und Fliesenleger, dessen Werke ganzjährig im Garten stehen. Deshalb muss der 78-Jährige sie alle fünf bis sechs Jahre restaurieren. Diese Arbeiten nehmen im Vergleich zu einem Neubau sogar mehr Zeit in Anspruch. Vom ersten Advent bis zur Lichtmess am zweiten Februar sind die Gebäude außerdem immer in den Abendstunden beleuchtet.

Für den Bau seiner Modelle benötigt Hans-Peter Reuther keine Anleitungen, er macht lediglich Fotos von den Sehenswürdigkeiten vor Ort. Nach der Corona-Krise möchte er gerne an die Nordsee und ins Allgäu fahren, um sich Anregungen für neue Modelle zu holen. Einziger Wehrmutstropfen: Aufgrund von Platzmangel wird er andere Modelle dafür in seinem Keller einlagern müssen.