Neues Behandlungskonzept: Pilotprojekt gegen Ärztemangel

Telesprechstunde Ministerin zu Besuch in Zschopau

Zschopau. 

Zschopau. Einen Termin in einer Zschopauer Augenarztpraxis hatte kürzlich Barbara Klepsch. Die sächsische Gesundheitsministerin war aber nicht wegen eigener Sehschwierigkeiten in die Motorradstadt gekommen. Stattdessen informierte sie sich dort über ein zukunftsweisendes Projekt, das in dieser Form bislang einzigartig in Deutschland ist.

Gemeint ist die sogenannte Telesprechstunde. Dabei handelt es sich um ein Projekt der sächsischen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, um die augenärztliche Versorgung im mittleren Erzgebirge abzusichern. In der Region droht im Bereich im Facharztbereich der Augenärzte eine Unterversorgung.

Das ist die asynchrone Tele-Ophthalmologie:

Mit Augenarzt Simo Murovski haben die Initiatoren in Zschopau einen Partner gefunden, der seine Praxisorganisation um eine Telesprechstunde erweitert hat. Neben dem Zschopauer Augen-OP-Zentrum, das von Murovski geleitet wird, gibt es nun außerdem eine Praxis im Zschopauer Krankenhaus. Dort kümmert sich nicht der Arzt selbst um die Patienten, sondern speziell qualifiziertes Personal mit hochmoderner Technik.

Bei dieser asynchronen Tele-Ophthalmologie werden Daten ermittelt, die der Arzt dann innerhalb von drei Tagen auswertet und Befunde an die Patienten verschickt. "Falls therapeutisch notwendig, werden sie zeitnah in die Sprechstunde bestellt", erläutert Murovski das Konzept.

Aktuell sollen vor allem Diabetes-Patienten das Angebot nutzen

Neu ist auch ein bildgebendes Verfahren, das bei den Untersuchungen zum Einsatz kommt. Mit dem Scanning-Laser-Ophthalmoskop kann in Sekundenbruchteilen eine Ultraweitwinkel-Aufnahme vom Augenhintergrund erstellt werden. Augentropfen sind dabei nicht nötig. Aktuell richtet sich diese Telesprechstunde an Patienten mit Diabetes-Erkrankung sowie mit ienem Glaukom (Grüner Star). Akute Beschwerden werden sofort behandelt.