Restaurationsarbeiten laufen im Klösterlein Zelle

Geheimnisvoll Alte Schrift hinterm Altar entdeckt

Restaurator Roland Flachmann aus Dresden arbeitet hier am Fries mit Lilienmuster, das den Abschluss der ursprünglichen Wandhöhe bildet. Foto: Ralf Wendland

Aue. Bei den laufenden Restaurationsarbeiten im Klösterlein Zelle in Aue ist eine alte Schrift freigelegt worden - auf der rechten Seite hinter dem Altar. Dort prangen einige Buchstaben. Restaurator Roland Flachmann spricht von einer Seltenheit. Es sei eine Sache, die unüblich ist. Was genau dort an der Wandfläche geschrieben steht, versucht man gerade zu analysieren.

"Asta könnte so viel heißen wie Speer oder Waffe. Es könnte aber auch eine Ableitung sein, denn wir wissen noch nicht, ob noch ein Buchstabe dazugehört, wenn wir den Bereich weiter freilegen", erklärt der Restaurator. Aus welcher Zeit die Schrift stammt? Die Bemalung, die man auf der gleichen Fläche freigelegt hat ist vermutlich 800 Jahre alt. Es handelt sich um eine original rot-schwarze Ausmalung. Woher die Farbe stammt, lässt sich auch nur vermuten.

Jede Restauration ist eine spannende Sache

"Das Schwarz hat sich leicht herstellen lassen mit Kohle oder Holzkohle. Auch Eisenoxidpigmente könnte es hier in der Region gegeben haben", so Flachmann. Kirchenvorstand Hans Beck erklärt dazu: "Es gibt die sogenannte Rote Halde im Auer Bärengrund. Dort ist früher Eisenerz abgebaut worden und die Mönche haben auch selbst Bergbau betrieben." Flachmann ergänzt noch: "Es war nicht so, dass die Maler ihre Pigmente vor Ort finden mussten. Es ist auch gehandelt worden."

Das Fries mit Lilienmuster, das den Abschluss der ursprünglichen Wandhöhe bildet, wird ebenfalls freigelegt und zeigt sich im gleichen rötlichen Farbton, wie das Muster an der Wand. Roland Flachmann, der ursprünglich aus Reichenbach im Vogtland stammt, schmunzelt und sagt: "Es ist immer eine spannende Sache so eine Restauration. Man weiß vorher nie, was man beim nächsten Kratzer mit dem Skalpell entdeckt." Pro Tag schaffe man in der Regel zwischen einem Viertquadratmeter und einem halben Quadratmeter an Fläche. Arbeiten könne man nur mit der Spitze des Skalpells.



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