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Schienentechnologie: Erzgebirge wird zur Blaupause für Deutschland

Forschung Bund fördert Erforschung digitaler Schienentechnologie mit 17,75 Millionen Euro

Erzgebirge. 

Erzgebirge. Der Schienenverkehr von morgen wird maßgeblich digital und hochautomatisiert vonstatten gehen. In einem europaweit einzigartigen Modellprojekt wird dieses Zukunftsszenario bereits unter realen Bedingungen getestet. Im Rahmen des sogenannten "Smart Rail Connectivity-Campus" forscht die Chemnitzer Universität gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG neben dem hochautomatisierten Fahren auf Normalspurgleisen auch an ökologischem Fahren, insbesondere mit hybriden Antrieben. Ziel ist es, innovative Mobilitätstechnologien zur Zulassung und Markteinführung zu bringen. Mit Fördermitteln in Höhe von mehr als 17 Millionen Euro kann das Forschungsprojekt jetzt den nächsten Schritt wagen.

Neuer Standard für Datenübertragung

Mit der aktuellen Förderung des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur soll vor allem der Wandel vom seit den 1990er Jahren im Bahnsystem eingesetzte GSM-R-Funk hin zum neuen, auf 5G basierenden FRMCS-Standard unterstützt werden. "FRMCS" steht dabei für "Future Railway Mobile Communication System". Dieser Standard zeichnet sich durch Datenübertragung in Echtzeit und eine hohe Zuverlässigkeit aus. Entlang der von der Erzgebirgsbahn betriebenen Strecke werden für das "Digitale Testfeld Bahn" 5G-Funkmasten aufgebaut, bestehende Gebäude mit modernster Technik ausgebaut und Triebfahrzeuge zu Testzügen umgebaut. Mit dem 5G-Netz entlang der Teststrecke zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg können laut Uni-Rektor Gerd Strohmeier Technologien und Anwendungen in den Feldern Kommunikationstechnik, Leit- und Sicherungstechnik, Künstliche Intelligenz, Antriebstechnik, Sensorik sowie Mensch-Technik-Interaktion erforscht und entwickelt werden.

 

Warum ausgerechnet im Erzgebirge?

"Die kurvenreiche, teils bewaldete und bergige Strecke deckt alle Eventualitäten ab, die in Deutschland an den meisten Bahnstrecken vorkommen", begründet Bundesminister Andreas Scheuer die Standortwahl. "Das macht sie zur perfekten Teststrecke, um modernste Bahn- und Mobilfunktechnologie zu erproben. Von digitaler Leit- und Sicherungstechnik bis hin zu Maßnahmen für besseren Empfang im Zug werden entlang der landschaftlich reizvollen, aus Funkperspektive jedoch anspruchsvollen Strecke Technologien erforscht und getestet, die dann in ganz Deutschland sicher eingesetzt werden können."

Ministerpräsident Michael Kretschmer betont, dass der Bund damit ein wichtiges Zukunfts-Projekt vorantreibt, das ambitioniert und einzigartig ist. "Davon profitiert nicht nur Deutschland als ein Land der Wissenschaft und Ideen insgesamt. Das bringt auch die Wirtschafts- und Wissenschaftsregion Sachsen und insbesondere das Erzgebirge voran." DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla ergänzt: "Pünktlichere und zuverlässigere Züge, mehr Kapazität auf der Schiene - mit der 'Digitalen Schiene Deutschland' wird Bahnfahren deutlich attraktiver. Auf dem Testgelände im Erzgebirge können wir den digitalen Bahnbetrieb auf Herz und Nieren und unter Realbedingungen proben. Was wir im Erzgebirge testen, wird die Blaupause für ganz Deutschland."

 

Hintergrund

Bereits im Jahr 2019 erhielt die DB Netz AG eine Bewilligung über 1,5 Mio. Euro, um das Reallabor im Erzgebirge aufzubauen. Erste Ergebnisse fließen bereits in das Großprojekt "Digitale Schiene" der DB AG ein. Ein Video-Clip der Deutschen Bahn AG enthält weitere Informationen und Eindrücke zu den Entwicklungen auf dem Weg zum vollständig digitalisierten Bahnsystem.

 

Hier geht's zum Video:

https://www.youtube.com/watch?v=pfbpEv0EOFY