Wegbeschreibungen für Blinde

Stadt Stollberg benutzt die Ergebnisse für die "Finden"-App

Stollberg. 

Stollberg. Drei Schülerinnen des Carl-von-Bach-Gymnasiums in Stollberg haben sich im Rahmen eines Kunstprojektes mit dem Thema Sehen beschäftigt. "Im Zuge dessen haben sie für die 'Finden'-App für Blinde eine Wegbeschreibung für den Kulturbahnhof und die Wege zum Rathaus und dem Krankenhaus erarbeitet", erzählt Nora Preuß, die im Stollberger Bauamt arbeitet und auch für die Stadtplanung zuständig ist. Die App soll blinden Personen so weit helfen, bis sie menschliche Unterstützung bekommen. "Dadurch werden sie unabhängiger", sagt die 32-Jährige.

Das SFZ Förderzentrum Chemnitz hat die App entwickelt. Diese funktioniert grundsätzlich ähnlich wie Google Maps. Bei der Erstellung der Beschreibungen war es wichtig, genaue Angaben über den Weg zu machen.

Wegbeschreibungen in Stollberg, Chemnitz und Dresden

Dazu zählen nicht nur Informationen über Richtungen und Entfernungen, sondern auch über den Bodenbelag, den Sonnenstand, den Verkehr oder Begrenzungen. Getestet wurden die Beschreibungen von der blinden Kristin Landmann. Im Januar wurden in Stollberg drei sogenannte Beacons installiert. Diese signalisieren dem Nutzer der App, dass an dem Punkt, wo sich die Beacons befinden, Wegbeschreibungen vorhanden sind. Die Kosten in Höhe von 250 Euro werden von der Stadt Stollberg getragen. "Ohne die Schülerinnen wären wir nie auf die Idee gekommen, Wegbeschreibungen für eine Blindenapp zu nutzen", sagt Nora Preuß. Die App kann auch an Punkten in Chemnitz und Dresden genutzt werden. Die Stadt Stollberg plant, die Wegbeschreibungen in Zukunft noch zu erweitern.